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Posts Tagged ‘Album der Woche’

  1. Americana-Album der Woche (18): Americana 2011

    Dezember 13, 2011 by Doc Schiller

    Whitey Ford und Doc Schiller haben eine Playlist für ein imaginäres Album „Americana 2011“ zusammengestellt, basierend auf den 17 Alben, die wir seit Mai 2011 an dieser Stelle vorgestellt haben. Viel Spaß beim Hören und Entdecken:

    1. Paul Simon – Getting Ready for Christmas Day
    2. Amelia Curran – Bye Bye Montreal
    3. Johnny Cash – New Mexico
    4. Laura Cantrell – Amigo’s Guitar
    5. The Majestic Silver Strings (feat. Shawn Colwin) – That’s the Way Love Goes
    6. Ry Cooder – El Corrido de Jesse James
    7. Matraca Berg – Oh Cumberland
    8. Black Prairie – Crooked Little Heart
    9. Allison Krauss & Union Station – My Opening Farewell
    10. Kathleen Edwards – Alicia Ross
    11. Tristen – Eager for Your Love
    12. Solomon Burke – That’s How I Got to Memphis
    13. Lori McKenna – Lorraine
    14. Sarah Jarosz – The Tourist
    15. The Wailin’ Jennys – Bird Song
    16. The Jayhawks – Waiting for the Sun
    17. The Decemberists – January Hymn

    Hinzukommen drei Bonustracks von grandiosen Alben aus 2010 und 2011, die nicht besprochen werden konnten:

    18. Shelby Lynne – I Don’t Need a Reason To Cry
    19. Cowboy Junkies – Remnin’ Park
    20. Gillian Welch – The Way the Whole Thing Ends

    Shelby Lynne – I Don\’t Need a Reason To Cry
    Cowboy Junkies
    Gillian Welch / Dave Rawlings – The Way the Whole Thing Ends

    Wir hören und lesen uns nächstes Jahr. Eine gute Zeit wünschen

    Doc Schiller und Whitey Ford


  2. Americana-Album der Woche (16): Solomon Burke – Nashville (2006)

    November 21, 2011 by Doc Schiller

    Vor gut einem Jahr, am 10. Oktober 2010, starb Solomon Burke im Alter von 70 Jahren bei der Ankunft auf dem Flughafen in Schiphol, Amsterdam. Auf Tournee in Europa sollte er vor ausverkauften Haus im legendären Paradiso ein Konzert geben. Dazu kam es nicht mehr. Was bleibt ist das Vermächtnis eines großartigen Soulsängers, der vom frühen Rhythm & Blues über Gospel bis zum Southern Soul alles sang, was das Herz und die Seele amerikanischer Musik ausmacht. Sein 2006 in Music City, USA aufgenommenes Album mit dem schlichten Titel “Nashville”, produziert von Buddy Miller, widmet er ganz dem “Country Soul”, jener Melange aus schwarzem Blues und Gospel und weißer Country Music. Burke knüpft mühelos an die großartigen Alben (Modern Sounds in Country and Western Music) von Ray Charles in den 60er Jahren an, die mit zu den Klassikern dieses Genres zählen. Interessant für jene, die Country Music als reine weiße Lehre interpretieren und musikhistorisch vergessen, dass der schwarze Blues und die weiße Country Music Bruder und Schwester im Geiste sind und sich seit jeher befruchtet haben. Das Album “Rhythm, Country Blues” (1994) erzählt ebenso davon wie die Kompilation “Country Got Soul” aus dem Jahre 2003. Versammelt sind auf “Nashville” wieder einmal die Crème de la Crème der Musikerriege Nashvilles, darunter Sam Bush (Geige, Manoline), Buddy Miller (Gitarren), Dave Rawlings (Akustische Gitarre), Bryan House (Bass), Rev. Bary Blade (Schlagzeug) und Al Perkins (Dobro, Lap Steel, Pedal Steel Guitar). Als Gesangspartnerinnen geben sich neben Dolly Parton und Emmylou Harris auch Gillian Welch, Patty Loveless und Patty Griffin die Ehre. Die durchweg gelungenen Arrangements bieten Solomon Burke den geeigneten Rahmen für seine sehr intimen, immer glaubwürdigen, tiefen und emotionalen Interpretation alter und neuer Country-Klassiker. Grandios schon der Einstieg, der mit sparsamer akustischer Gitarre den wohl besten Song von Tom T. Hall derart gekonnt interpretiert, dass man beinah vergessen hat, wie das Original klingt: “That’s How I Got To Memphis”. Wunderbar auch das Duetstück (Tomorrow is Forever) mit Dolly Parton, die nicht nur ebenbürtig ihren Soul zelebriert, sondern zum wiederholten Male belegt, welch formidable Songschreiberin sie tatsächlich ist. Ähnliches gilt auch für Gillian Welch und Patty Griffin. Kurzum: Wer dem Klischee Country Music ein Schnippchen schlagen will, dem sei “Nashville” von Solomon Burke dringend empfohlen. Es bietet mehr als die üppige Summe der 14 ohnehin handverlesenen Titel – nämlich eine außergewöhnliche Reise ins Herzland des Americana!

    Valley of Tears – Solomon Burke, Dave Rawlings, Gillian Welch
    We\'re Gonna Hold On – Solomon Burke, Emmylou Harris
    Up To The Mountain – Solomon Burke, Patty Griffin


  3. Americana-Album der Woche (15): Sarah Jarosz – Follow Me Down (2011)

    November 7, 2011 by Doc Schiller

    Sarah Jarosz – Follow Me DownSarah Jarosz hat mit ihrem zweiten Album “Follow Me Down” ein atemberaubendes Werk hervorgezaubert, das durch Anmut und Coolness noch mehr überzeugt als ihr Debüt “Song Up In Her Head” aus dem Jahr 2009. Die nunmehr 20-jährige Ausnahme-Instrumentalistin (Mandoline, Clawhammer-Banjo, Gitarre, Gesang), Ausnahme-Songschreiberin und -Sängerin kreiert Old-Time-Music für das 21. Jahrhundert und wildert hierbei in einer Vielzahl unterschiedlicher Genres und Stile. Dreimal konnte ich Sarah Jarosz bereits live erleben: März 2010 auf dem SXSW-Festival in Austin (Texas), wo sie mit “Black Prairie” (Americana-Album der Woche 10) und bei den Austin Music Awards als Solokünstlerin auftrat. Ein gutes Jahr später gastierte sie in der Grand Ole Opry in Nashville, wo sie mit ihrer vorzüglichen Begleitband mit ungewohnt kantigen Tönen die Grand Ole Opry irritierte und gleichermaßen in Staunen versetzte. Dieses Jahr hat sie spürbar reifen lassen, ihr tiefes Timbre und ihr düsteres Songwriting sind ihre Markenzeichen: nichts ist gekünstelt, alles kommt genau so aus ihr heraus: Eigensinn trifft Virtuosität. Bereits auf ihrem Debüt hatten sich einige namhafte Musiker die Ehre gegeben, um der jungen Texanerin unter die Arme zu greifen. Diese erprobte Kollaboration wirkte sich auch auf ihren Zweitling aus und liest sich wie das “Who is Who” des Americana: Jerry Douglas, Béla Fleck, Stuart Duncan, Chris Thile, Viktor Krauss, Edgar Meyer, John Leventhal, Dan Tyminski. Vermerkt sei, dass dies nur eine Auswahl ist und andere Hochkaräter hinzukommen wie Vince Gill oder Shawn Colwin mit ihren traumhaften Harmony Vocals. In Deutschland ist Sarah Jarosz nahezu unbekannt, in den USA gilt sie – neben der traditionell orientierten Manolinenvirtuosin Sierra Hull – als ganz großes Talent der akustischen Americana-Szene. Die elf wunderschön düsteren Songs folgen musikalisch unterschiedlichen Pfaden und formen dennoch eine Einheit, die sich in der Vielfalt des Songwriting ebenso spiegelt wie in den Arrangements. Anspieltipp: “The Tourist”. Ein außergewöhnlicher Track, der nicht nur zu mehrmaligem Anhören, sondern zu genauem Hinhören einlädt, weil sich erst dadurch die kompositorische Handschrift und die Raffinesse des Arrangments Schicht und Schicht entblättert. Five Stars!

    Sarah Jarosz/Sierra Hull – \"Old Daingerfield\" at Grey Fox BGF