Wie man ein Haus kauft – Umbau(planung)

Teil 1 – Finden und besichtigen

Teil 2 – Überraschungen vermeiden

Quasi live und Mitten aus der Umbauphase heraus, die selbstverständlich die ein oder andere Überraschung bereit hält – ich werde berichten. Hier aber schon mal das, was man vor dem Umbau berücksichtigen sollte:

Bauberatung

Das Haus ist quasi gefunden, die Phantasie ist durchgegangen und nun stehen die Umbaupläne im Raum. Allerdings sind wir in Deutschland und so einfach loslegen ist nicht. Deshalb sollte man die städtische Bauberatung aufsuchen. Die Damen und Herren dort beraten kostenlos, wie weit liegt allerdings an der Person. Beim ersten Besuch wurde ich umfassend aufgeklärt, auch über Bauvorhaben auf umliegenden Grundstücken, beim zweiten Besuch eher spärlich. Auf jeden Fall konnte man mir bei der Bauberatung sagen, ob ich einen Anbau errichten darf. Für weitere Fragen bin ich zur Bauaufsicht gegangen.

Bauaufsicht

Wände rausreissen, Gaube erhöhen – wofür brauche ich eigentlich Genehmigungen und was darf ich überhaupt? Am besten mit konkreten Fragen und Plänen zur Bauaufsicht, dort bekommt man die entsprechenden Auskünfte. Ich weiss jetzt, dass ich bei baulichen Veränderungen an einem Doppelhaus die Einwilligung des Nachbarn brauche (Gebot der Rücksichtnahme), aber einen Sprungturm bis zehn Meter Höhe ohne Baugenehmigung errichten darf.

Jemand, der Ahnung hat

Wenn man etwas verändern möchte, sollte man auf jeden Fall jemanden hinzuziehen, der Ahnung hat. Einen Architekten oder Statiker beispielsweise. Beim Entfernen von Wänden im Innenraum muss man sogar zwingend einen Statiker rechnen lassen, sonst kann eine Geldbuße drohen. Einen Bauantrag stellen darf auch nur jemand, der bauvorlageberechtigt ist. Wir mussten leider feststellen, dass es etwas schwieriger ist, einen passenden Partner für die Planung finden. Erst Architekt Nummer vier war unser kleines Vorhaben groß genug, um uns zu unterstützen. Hier also durchaus Zeit einplanen.

Auf Empfehlung

Bei den Handwerkern haben wir uns auf Empfehlungen im Freundes- und Bekanntenkreis verlassen. Meist wurden uns Firmen empfohlen, die Schäden beseitigt haben, die andere Firmen gemacht haben. Ob sich das auszahlt, wird sich beim Umbau selber zeigen. Auf jeden Fall holen wir zu jedem Gewerk mehrere Angebote ein. Ein Tipp von unserem Statiker: Auch als Großstadtmensch mal Angebote „vom Dorf“ einholen, teilweise sind die trotz Anreisekosten günstiger.

Selbst sind Mann und Frau

Weil sowohl der Mann als auch ich gerne handwerken, absolvieren wir verschiedene Baumarktkurse zu Fliesen legen, mauern, verputzen und Ständerwerk. Das lohnt sich auf jeden Fall, egal, ob wir dann selber anpacken oder beurteilen wollen, ob die „Fachfirma“ Mist macht.

Asbest?

An drei Stellen am Haus vermutete Architekt Nummer 1 Asbest, unter anderem in der „Schieferverkleidung“. Wir haben Proben genommen und diese an ein Labor geschickt. Das kostet um die 70 Euro pro Probe, dafür bekommt man aber sehr schnell ein Ergebnis.

Jemanden, der noch kein Eigentum umgebaut hat, erkennt man übrigens an dem Satz „Ihr könnt das ja nach und nach machen …“ Zumindest bei einer Finanzierung bei der Bank geht das nicht, die wollen, dass der Umbau nach einem halben Jahr abgeschlossen ist und der Gutachter noch mal durchgehen kann.

 

 

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4 Comments

  1. Das sind wirklich viele tolle Tipps, ich danke. Werde das auch mal weitergeben. Heutzutage muss man ja schon ein Bauforum durchstöbern, damit man wirklich up-to-date ist und nichts falsch macht. 🙂

    Edit: Werblicher Link entfernt

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