11.09.2010 Gotta get out of this place

Es regnet. Nur ein bisschen, versichern wir uns gegenseitig. Zur Strafe dafür, dass ich bei der Bestellung am Vorabend vergessen habe, Bacon für den Mann zu bestellen, vergisst Margret, mir Teebeutel in den Tee zu tun.

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Im Regen wird eingepackt. Der Wagen hat sich noch mehr gefüllt, diverse Einkäufe für diverse Gelegenheiten müssen verstaut werden. Richtung Loch Ness wird es heller. Immer wieder bricht heller Himmel durch, während wir das Ostufer entlangfahren. Lange sind wie die Einzigen, was wir unter anderem nutzen, um Fotos für die Postkarten, die wir nun dringend verschicken müssen, zu machen. Auf dem weiteren Weg wird außerdem das Saugnapfstativ des Mannes benutzt. Ich bekomme da ja immer einen kleinen Herzinfarkt, aber meine Kamera hängt er schließlich nicht von außen an die Autotür.

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Glenfinnan stoppen wir – das Glenfinnan Monument erinnert daran, dass Bonnie Prince Charly hier seine Truppen gesammelt hat. Die fotografierwütigen Menschen sind jedoch meist an einem ganz anderen Motiv interessier – in der Nähe liegt das Viadukt, unter welchem Ron Weasley und Harry Potter herumkurvten, als sie mit dem fliegenden Auto dem Zug nach Hogwart folgten. 1901 aus Waschbeton erbaut, ist es wahrlich keine Schönheit. Wir sparen uns einen Aufstieg auf einen Berg, von dem man das Viadukt besser sehen kann. Ein schweizer Pärchen jedoch regt sich lebhaft (so lebhaft, wie man das als Schweizer kann) darüber auf, dass der Jacobite Steam Train nicht am Wochenende fährt, obwohl er das gedacht hatte. Und dann verpasst er auch noch den Regionalzug nach Mallaig als Fotomotiv…

Nach Sandwiches und Bücherkauf im Shop fahren wir nach Morar. Ich habe mir übrigens tatsächlich ein schottisches Kochbuch gekauft. Maw Broon ist eine Kochbuchserie, deren Bücher wie tatsächlich zusammengestellt und benutzt aussehen. Außerdem sind darin wirklich gute Rezepte.

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Kurzer Halt an verschiedenen Punkten, mal schauen wir uns das Meer und den Punkt an, wo Bonnie Prince Charly gelandet (und geflüchtet) ist, mal entdecken wir einen wunderbaren Sandstrand.

In Morar wurde Highländer gedreht. Wo, weiss man nicht, kein Schild deutet darauf hin, aber der Loch Morar bietet weitaus mehr Kulisse als Loch Ness. Der Loch ist nicht nur der tiefste See Englands, irgendwo in dem 319 Meter tiefen Wasser wohnt auch Mhorag, ein Ungeheuer gleich Nessie.

Beeindruckt von der gesamten Landschaft um den Loch fahren wir kurz durch Mallaig, entscheiden uns gegen eine Unterkunft dort und fahren zurück nach Morar zum netten, kleinen, weißen Hotel. Der Mann fragt nach und kommt zurück mit der Aussage, dass wir ein Quartier haben. Ich zucke innerlich zusammen, als ich den Preis höre, pro Person in etwas soviel, wie uns ein Doppelzimmer in einem lokalen B&B gekostet hätte. Dafür erwartet uns ein Zimmer mit dreckigem Teppich und ungeputzten Fenstern, alles wirkt angegammelt und lieblos. Wir nutzen den verbleibenden Nachmittag dennoch dazu, Postkarten zu drucken und schreiben diese bei einem Pint in der Lobby. Übrigens der ersten Location, wo es kein schottisches, sondern nur englisches Bier gibt. Einzahl, eine Biersorte.

Dinner gibt es mit Blick auf den Sonnenuntergang über dem Meer, dazu Live-Unterhaltung zweier mittelalter sächsischer Damen, deren Mutmaßungen zu den Gerichten auf der Karten einzigartig sind. Sie loben außerdem das „Ambiente“, die Plasikdistel samt Stoffheidekraut seien besonders nett durch das Stück karierten Stoff um die Vase. Untermalt wird das ganze von „Gotta get out of this place“ von den Animals.

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