Ansgar Oberholz: Für hier oder zum Mitnehmen?

Ich war noch nie im St. Oberholz. Das mag daran liegen, dass ich mich eher selten am Rosenthaler Platz herumgetrieben habe. Oder daran, dass ich mich nicht zur „digitalen Bohème“ zähle. Trotzdem hat es mir Spass gemacht, das Buch des St. Oberholz-Besitzers, Ansgar Oberholz, zu lesen. 

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts befand sich in dem Gebäude ein Cafe/Restaurant/Kneipe mit neuartigem Konzept: Die Aschinger Bierquellen waren das erste Selbstbedienungsrestaurant, bei ihnen gab es kalte und warme Gerichte für kleines Geld. Im Aschinger am Rosenthaler Platz wartete einst Döblins Franz Biberkopf, Döblin selbst war tatsächlich öfter vor Ort.

In „Für hier oder zum Mitnehmen“ geht es allerdings weder um das alte Aischinger noch um die digitale Bohème. Erzählt wird, wie Oberholz 2005 das Gebäude entdeckt und seine Gaststätte eröffnet. In den Hauptrollen neben Oberholz unter anderem ein Koch, der (erst) nur ein Gericht kann, eine „absolut“ liebeshungrige Aushilfe, eine kellnernde Schauspielerin und eine Geistererscheinung im Keller. Das ganze gibt ein lustiges Buch (was eher aus Kurzgeschichten besteht als aus einem zusammenhängenden Roman) mit dem man sich ein paar Stunden vergnügen kann. Sicherlich keine Weltliteratur, aber immer muss das ja nun auch nicht sein. Und wer möchte, kann als „Ausgleich“ Berlin Alexanderplatz lesen (oder den Filmanschauen, der mich persönlich sehr verwirrt hat).

Wem das Buch gefällt, dem sei das „Fundbüro“ des St. Oberholz ans Herz gelegt: Dem ehemaligen Werber Oberholz fällt zu jedem noch so skurilen Fundstück ein passender Text ein.

Ansgar Oberholz: Für hier oder zum Mitnehmen?: St. Oberholz – der Roman (Amazon Affiliate-Link)

 

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