Hess Natur Cardigan-Test #1: Ab in die Dusche

Die erste Aufgabe des Cardigan-Test für Hess Natur kommt fast zeitgleich mit dem Paket an. Ich soll die Jacke im Badezimmer aufhängen, während ich dusche und dann schauen, wie sie sich im Vergleich zu einem Baumwollshirt verhält. Ich mopse dem Mann einen Baumwollpullover, wiege Jacke und Pullover und bereite den Test vor. Damit möglichst viel Dampf im Badezimmer ist, lasse ich sogar die Lüftung aus. Was tut man nicht alles für die Forschung.

Keine wirklichen Ergebnisse beim ersten Cardigan-Test

Vielleicht dusche ich zu kurz oder nicht heiß genug, vielleicht ist das Bad zu groß – beide Stücke nehmen zwei Gramm Feuchtigkeit auf und fühlen sich nicht wirklich anders an. Hätte mich auch gewundert, schliesslich liegen meine Anziehsachen immer im Bad, während ich dusche und werden danach direkt von mir angezogen. Bei anderen Testern ist das Ergebnis eindeutiger ausgefallen, das Baumwollshirt fühlt sich klamm an, während der Cardigan trocken ist. Das Schurwolle Feuchtigkeit gut abhält, kann ich aus Erfahrung bestätigen – meine Wollmütze hat immer hervorragend gegen schottischen Regen durchgehalten.

Passt mir wie angegossen

Wenn er nun schon einmal eh im Bad hängt, kann man den Cardigan auch direkt anziehen. Vor dem Kleiderschrank stelle ich fest, dass Blau eher nicht meine Farbe ist. Ich ignoriere also die jahrzehnte eingebleute Regel „Blau und Schwarz geht nicht“ – stimmt ja eh alles nicht mehr und kombiniere Cardigan zu schwarzem Langarmshirt und Jeans. Im Gegensatz zu vielen anderen Testern ist mir die Jacke nicht zu groß, ich habe aber auch die größere der beiden in der Jacke angegebenen Größen. Auch die Patches sitzen an der richtigen Stelle, da werden Menschen mit kürzeren Armen Probleme bekommen.

Cardigan von Hess Natur hat kleine Schwachstellen

Das oberste Knopfloch lasse ich vorsichtshalber auf, die anderen haben schon vermutet, dass das eine Schwachstelle sein könnte.

Tatsächlich wirkt die Einfassung sehr dünn und das Endfädchen wurde nicht ganz so schön vernäht. Beim ganz genauen Hinsehen finde ich außerdem zwei kleine Knötchen, aber so ist das eben mit Naturmaterialien.

Ist leicht und hält warm

Zum Tücher stricken habe ich schon oft (Baby-)Merino-Wolle benutzt, einen Merino-Pullover hatte ich aber bisher noch nicht. Die Jacke macht genau das, wofür die Tücher so gerne mag: Sie ist federleicht und hält schon warm. Kratzig finde ich sie nicht, nur nicht ganz so weich wie meine Tücher.

Kleiner Exkurs

Ich stricke zwar sehr gerne und habe deshalb mit Wolle zu tun, aber ich war trotzdem etwas irritiert von den verschiedenen Bezeichnungen. Für alle, denen das genauso geht: „Schurwolle“ bezeichnet die Herkunftsart der Wolle, sie stammt von einem lebenden Tier. „Merino“ ist die Art der Wolle, in diesem Fall stammt sie von Merinoschafen. Streng genommen trage ich nun also eine Bio-Merino-Schurwolle-Strickjacke.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.