Dr. Loosen und der Tempel des Genusses – Restaurant-Karussel bei Hannapel

Eines kann man getrost vorweg sagen: Der Mann und ich haben in den letzten vier Jahren einiges an Geld in Restaurants getragen. Trotzdem hat keines der oft weitaus teureren Läden in Hamburg, Berlin und anderswo es geschafft, uns so zu begeistern, wie Hannapel.

Das Restaurantkarussel dreht sich

Zweimal im Jahr bieten die Mitglieder des Vereins „Essen geniessen“ ein Menü mit begleitenden Weinen an, bei dem der Preis meist weit unter dem sonstigen Angebot liegt. Bis Mitte Oktober dreht sich das Karussel noch. Wir haben ein straffes Programm geplant, Tische in fünf Restaurants sind reserviert – und das, obwohl wir zwei der sechs Wochen im Urlaub sind.

Karusselstart bei Hannapel

Den Start unseres Karussels machte Hannapel, das die Messlatte für weitere Restaurantbesuche gewaltig hoch gelegt hat. Der Mann hat das Ganze wunderbar zusammengefasst: Jeder Gang war eine Geschmacksüberraschung.

Ein Herz für Autofahrer

Mich wundert immer, wie wenig Restaurants auf Menschen eingestellt sind, die keinen Alkohol trinken. Ein Berliner Restaurant machte da eine rühmliche Ausnahme: Dort bekam ich eine auf das Hauptgericht abgestimmte Saftschorle. Bei Nachfrage in anderen Restaurants blieb oft nur die Wahl zwischen Apfel- und Orangensaft. Dabei sollte doch spätestens seit Van Nahmen eine größere Auswahl zu haben sein.

Bei Hannapel wurde mir nicht nur ein alkoholfreier Campari-Orange als Aperitif vorgeschlagen, sondern auch die Möglichkeit, „Autofahrerschlücke“ vom Wein zu bekommen. Oder Saftschorle. Oder beides. Übrigens haben Dr. Loosens Erzeugnisse zwei Gänge begleitet.

Das Menü bei Hannapel

Gazpacho mit Crevetten und Büffelmozarella

Salad Nicoise (Artischocke, Bohne, Paprika, Olive): Mit Wachtelei und Thunfisch, Artischocke und Paprika in veränderter Form. Sehr pfiffig – die Bohnen wurden durch ein Geleebett zusammengehalten.

Gänsestopfleber „Berliner Art“ (Apfel, Zwiebel): Der Apfel betsand aus einem Würfel, die Zwiebeln kamen als Zwiebelpüree und Zwiebelkonfit.

Apfelsorbet mit Knisterzucker:

Der Mann hatte als Hauptgang Boeuff Stroganoff – Rinderfilet (rote Beete, Gewürzgurke, Pilze, Sauerrahm)

Mein Hauptgang: Bouillabaisse- Steinbutt, Jakobsmuschel (Safran, Fenchel, Knoblauch, Tomate). Die Tomate kam als rote Scheibe daher, der Knoblauch versteckte sich in einem Röllchen auf dem Püree.

Birne Helene (Birne, Vanille, Schokolade) entpuppte sich als Vielfaches von der Birne, unter anderem Birneneis und Panna Cotta.

Ein rundum gelungener Abend – auch wegen des aufmerksamen und nicht aufdringlichen Services, der nicht nur zu zweit alle Tische bediente, trotzdem noch Zeit fand, den neuen Lieblingswein des Mannes für uns zu notieren und immer sympathisch wirkte.

3 Comments

  1. Der Knisterzucker ist der Hammer! Den hatten wir vor zwei Jahren auch und ich hab den ganzen Zwischengang durch nur gekichert.

    Ich hab ja gesagt, das wird gut!

  2. Ganz dickes Lob an Küche und Service vom Mann. Das war zu fast 100% das, was ich unter einem guten Essen und einem netten Abend verstehe.
    Wir kommen wieder.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.