Eleanor Catton (Melanie Walz): Die Gestirne

„Gold war nicht wertvoll, das wusste Tauwhare. Gold war wie alles Geldartige, denn es hatte kein Gedächtnis ; es strebte stets nur voran, weg von der Vergangenheit.“

Frisch in Neuseeland angekommen, trifft der Schotte Walter Moody im Rauchzimmer seines Hotels auf eine Versammlung von zwölf Männern. Und schon bald ist er mittendrin in vielen ungeklärten Merkwürdigkeiten, Intrigen und einer Liebesgeschichte, die sich 1866 in der Goldgräberstadt Hokitika abspielen. Zu viel darf man dazu nicht schreiben, sonst ist die Handlung am Ende noch entknotet. Soviel sei verraten, ein verstorbener Einsiedler, eine bewusstlos aufgefundene Prostituierte, ein verschwundener Goldgräber, ein Politiker und zwei Chinesen sind mit von der Partie.

Was wie ein Krimi mit einer Liebesgeschichte daher kommt, ist bei genauem Hinsehen noch vielschichtiger: Eleanor Catton hat den Himmel über Hokitika zur Zeit des Goldrauschs von 1864 bis 1868 zugrunde gelegt und ihre Figuren alle in Korrelation zu einem Sternbild oder einem Planeten erschaffen. Die Kapitel orientieren sich an den Mondphasen und werden im Laufe des Buches immer kürzer. Wer astronomisch uninteressiert ist, kommt auch ohne diese Informationen klar.

Ein dickes Buch und eines, in das man sich allein der Spreche wegen zunächst einlesen muss. Altertümlich kommt sie daher und versetzt den Leser so noch mehr in die Stimmung einer Goldgräberstadt im 19. Jahrhundert. Mich hat der 1.000 Seiten-Schmöker gefangen genommen – auch, wenn am Ende (in für mich etwas zu flottem Tempo) der Knoten gelöst wird und die Erkenntnis bleibt: Alles ganz einfach zu erklären.

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24,99 Euro (gebundene Ausgabe)
Verlag btb

Dieses Buch wurde mir vom Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Auf den Inhalt dieser Rezension hat der Verlag und/oder der Autor dieses Buches keinen Einfluss genommen.

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