Homestories – Die unendliche Suche nach einem Haus

Ein Bekannter von uns hat seine Villa („Haus“ würde dem Riesenkasten nicht gerecht) vor kurzem dank einer Schildkröte verkauft. Die Besichtigung mit dem potentiellen Käufer (pK) begann im Garten, in dem nach einiger Zeit die Familien-Schildkröte Max auftauchte. Der pK sah Max und verkündete, dass er das Haus kaufe. Weil er in einem Haus mit Schildkröten aufgewachsen ist und das ein gutes Omen für ihn wäre. Das eigentliche Haus interessierte ihn dann kaum noch, an den Kauf knüpfte er eine Bedingung: Max müsse bleiben.

Die Armin-Maiwald-Methode

Der Mann und ich suchen ein Haus. Seit fast zwei Jahren. Zugegeben, am Anfang haben wir das Ganze eher „nebenbei“ betrieben, seit Anfang des Jahres machen wir aber ernst. Im lokalen Anzeigenblättchen läuft eine Daueranzeige und frei nach der Methode, die schon Armin Maiwald bei der Häusersuche geholfen hat, fragen wir einfach jeden Menschen, den wir treffen, ob er ein Haus verkauft. Oder jemanden kennt, der eins verkauft.

Bei unserer Haussuche ist uns noch keine Schildkröte begegnet, dafür viele Frösche. Hier die ersten von einer Vielzahl von Froschgeschichten – die anderen folgen nach und nach. Und solange sich nicht ein Frosch plötzlich als Prinz entpuppt, gibt es weiter Geschichten.

Die Garagen mit Wohnung

Zentral gelegen, zwei Garagen, eine Werkstatt – und das alles in der Nähe der Rüttenscheider Partymeile. Dafür muss es auch komplett „gemacht“ werden. Bisher eher Anbau und Büro als eigenständiges Haus, gibt es zum Beispiel kein Badezimmer. Und keine eigenständige Heizung. Das vergisst der Makler aber zu erwähnen und gibt dann auf Nachfrage zu, dass es nur einen Öltank im Nachbarhaus gibt.

Wir haben trotzdem viel Vorstellungskraft und im Kopf schon alles umgebaut. Bis unsere Freundin und Architektin durchgeht und ein, zwei Dinge feststellt. Zweiadrige Elektroleitungen. Heizungsrohre, die seit drei Jahren nicht mehr genutzt wurden – „eine fast 100prozentige Garantie, dass ihr euch einen Wasserrohrbruch einfangt“. Und dann die Kleinigkeit mit dem Abwasser. Das Haus ist nämlich nicht an den Abwasserkanal angeschlossen. Nach dem die Zahl von 200.000 Euro Modernisierungskosten „ohne schön machen“ im Raum steht, sagen wir ab.

Das Elternhaus

Auf unsere Immoscoutanzeige wird uns ein Haus angeboten. Hinter einem Mehrfamilienhaus gelegen, dafür mit unverbaubarem Blick auf die Ruhr. Bisschen klein, aber da kann man ja einen Anbau dranmachen.

Die Besichtigung kann erstmal nur von außen stattfinden, weil die im Haus lebenden Mieter noch nichts von ihrem „Glück“ wissen. Wir begutachten also vom Balkon des Vorderhauses und stapfen einmal ums Haus.

Beim Besuch der Bauberatung stellt sich heraus, dass nebenan ein Mehrfamilienhaus gebaut werden soll und sämtliche Garagen, Partyräume und massiven und unterkellerten Gartenhäuser, die sich auf „unserem“ Grundstück befinden, (vermutlich) nicht genehmigt sind. Für eine kostengünstige Anbauvariante mit Fertigelementen ist außerdem die Zuwegung zu schmal wegen eines riesigen (und vermutlich auch nicht genehmigten) Pools.

Schildkröte auf der Flucht

Max hat sich übrigens drei Tage nach der Hausbesichtigung aus dem Staub gemacht. Im Rahmen einer Großfahndung wurde er drei Gärten weiter entdeckt. Nun befindet sich Max im betreuten Wohnen – nicht, dass der Kaufvertrag noch an der Abwesenheit der Schildkröte scheitert!

 

Wir suchen also immer noch. Nichts Großes aber möglichst alleinstehend und möglichst mit einer Doppelgarage oder etwas vergleichbarem. Der Mann möchte gerne an Autos werkeln und Klavier spielen können.

Richtig gut gefallen hat es uns in Stadtwald und Haarzopf. Wir schauen uns aber generell im Essener Süden um, auch Mülheim-Raadt und -Heißen sind eine Option.

Wer was weiß oder jemanden kennt, der jemanden kennt – bitte Mail an schoener(a)schoenerblog.de

Wir haben keine Angst vor Häusern, an denen „noch etwas gemacht werden“ muss. Selbstverständlich auch nicht vor Häusern, an denen nichts mehr gemacht werden muss.

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