Kurt Krömer in der Kaue Gelsenkirchen

Wenn man schon in Berlin keine Karten für Kurt Krömer bekommt, legt man eben seinen Urlaub so, dass man dann im Ruhrgebiet ist, wenn Krömer dort auftritt. Derzeit mit der „Le Tour Club“ unterwegs, werden von Krömer kleine Locations bespielt.

Krömer, wie er leibt und lebt, zumindest, wie er auch aus seiner Internationalen Show bekannt ist. Leider waren einige Witze auch schon daher bekannt, was dem Ganzen aber keinen Abbruch tat. Eines aber sorgte für den völligen Abbruch der Stimmung: Ein im Geiste ziemlich unterentwickelter Herr aus Essen, der schon den ersten Teil der Show penetrant mit dem Zwischenruf störte, Krömer habe sein Bier umgestoßen und er bräuchte Ersatz. Scheinbar völlig unbeeindruckt von der Stimmung im Publikum (das ihn eher ablehnte, als lustig fand), setzte er im zweiten Teil noch mehrere drauf. Aus den Zwischenrufen wurden Beschimpfungen. Krömer versuchte zunächst, ihm verbal klar zu machen, was Sache ist („Wieviel muss man eigentlich getrunken haben, um um diese Uhrzeit schon so viel Atü auf dem Kessel zu haben?“ […] „Mir ist das ja egal. Aber das Publikum fängt den vor der Tür ab. Und dann stecken die den in Käfige und bespucken den…“), zitierte ihn schließlich auf die Bühne. Dort versuchte der Seitenscheitelträger im Poloshirt sich an einem alten Krömer-Witz. Nachdem ihm Licht und Mikro auf Anweisung von Krömer endlich ausgeschaltet wurden, stellte Krömer ihn als Beispiel „für mich vor 20 Jahren“ vor. Manche würden es allerdings mit der Zeit lernen.

Stimmung wollte nach diesem „Zwischenfall“ nicht mehr so recht auf. Es bleibt zu hoffen, dass Krömer am Tag vorher ein netteres Publikum hatte und das Ruhrgebiet nicht als ein Haufen Vollpfosten in Erinnerung behält.

Zudem wirkte Krömer nach einem Teil seines Programms „müde“. Ob es am Publikum lag oder an seiner allgemeinen Stimmung… Vielleicht ist es an der Zeit für ihn, sich anderen Feldern zuzuwenden. So ist eine Liebeskomödie sicherlich besser für die eigene Stimmung, als vor „intellektuellem“ Publikum („Zeig ma Deine Socken!“) den Clown zu machen. Oder wie der Mann sagte „Wenn man mit dem Publikum kuschelt, `kuschelt´ das Publikum auch zurück.“

 

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