Lili Grün: Alles ist Jazz


Bereits 1933 mit dem Titel „Herz über Kopf“ erschienen, wurde „Alles ist Jazz“ 2009 neu veröffentlicht. Im Mittelpunkt steht Elli, eine junge Frau, die es aus Wien nach Berlin getrieben hat. Wirtschaftskrise, Massenarbeitslosigkeit und Amut zum Trotz gründet sie gemeinsam mit einer Gruppe von Künstlern ein Kabarett: „Jazz“. Das Buch gibt einen leicht geschriebenen Einblick in die (Künstler)Welt Berlins um 1930 und schildert eine Frauengeneration, die sich am Anfang der Emazipation befindet.

Trotz des leichten Schreibstils wird ein eigentlich schweres Leben geschildert, welches durch die autobiografischen Züge noch schwerer wiegt: Die Autorin Lili Grün lebte selbst in Berlin und war 1931 Mitglied des politisch-literarischen Kabarett-Kollektivs „Die Brücke“. Vermutlich schon in Berlin erkrankte sie an der „Armenkrankheit“ Tuberkulose (an der ein Charakter in ihrem Buch verstirbt). Ab 1938 als Jüdin mit Berufsverbot belegt, wurde ihr aufgrund ihrer Lungenkrankheit die Emigration aus Österreich verweigert. Lili Grün wurde 1942 deportiert und ermordet.

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