Moin, moin – Kurztrip nach Hamburg

1. Tag – Einen Überblick von Hamburg bekommen

Stadtrundfahrt – schliesslich will man ja erstmal sehen, wo man so gelandet ist. Ich entscheide mich für eine „Intensivtour„, erwerbe vom Bett aus ein Tages-Handyticket und mache mich mit eben diesem und der S-Bahn zu den Landungsbrücken auf. Das Oberdeck des Busses ist noch frei und das das Dach zum Glück nicht auf – der Busfahrer teilt mir mit, dass er keine Lust auf Tote nach Mittag hat. Die Tour ist dank des Live-Kommentators Ben hervorragend. Er verrät uns, warum extra für den Kaiser ein Sielhäuschen gebaut wurde, wo die Villen von Jil Sander und Co. liegen, weshalb es in Hamburg Toilettenhäuschen gibt (schon wieder der Kaiser) und auch sonst viele Dinge. Außerdem machen wir einen kleinen Abstecher in den Michel und die Krameramtsstuben.

Nach der Tour habe ich Hunger und steuere deshalb die Bullerei an. Den „Tipp“ habe ich vom wunderbaren Blog „Ohhh mhhh„. Ansteuern trifft es, der Hamburger behält nämlich anscheinend das ein oder andere Geheimnis gerne für sich. Also probiere ich mal alle Ausgänge der U-Bahn, hechte über Parkplätze, durch ein Industriegebiet – und finde den Laden durch Zufall. Richtig wäre es gewesen, über den S-Bahn-Steig zu gehen und dann einfach draußen links herum. Wer kann das ahnen. Ich hätte auch nicht geahnt, dass ich tatsächlich 20 Minuten warten muss, um einen Platz zu bekommen. Macht aber nichts, es gibt genug zu sehen und die Wartenden tragen es alle mit Fassung. Ich biete dem Mann hinter mir einen Platz an meinem Tisch an, der freut sich und ich esse eine Bolognese, trinke (endlich mal wieder!) eine Club Mate und schliesse mit einem warmen heißen Schokokuchen ab. Alles hervorragend!

Damit ich nicht im Fresskoma ende, wieder in die U-Bahn. Wieder zu den Landungsbrücken. Da fährt nämlich vor Brücke 3 die Fähre 62 nach Finkenwerder und zurück. Fähren sind im Tagesticket inbegriffen und so eine kleine Rundfahrt über die Eisschollenbedeckte Elbe ist schön. Leider regnet es zu dem Nebel nun auch noch, so dass ich lieber im Warmen sitze, anstatt auf Deck zu fotografieren.

Ein Tipp für Wetter ohne Nebel: Die Fähre hält auch am Dockland, dort kann man aufs Dach und Panorama geniessen.

2. Tag – Kultur pur: Rathaus, Michel und Alter Elbtunnel

Ich fühle mich ein bisschen nach Glasgow zurück versetzt. Das Hamburger Rathaus liegt im Prunkfaktor (wenn überhaupt) nur eine kleine Stufe unter deren Rathaus. Zu sehen gibt es das bei einer Führung, 3 Euro, etwas über eine halbe Stunde – lohnt sich. Hier gibt es einen virtuellen Einblick.

Das Alsterhaus ist für mich kein wirklicher Kadewe-Ersatz, aber auch ganz nett. Leider hat die Feinkostabteilung den neusten Kusmi-Tee noch nicht, kennt ihn auch nicht, informiert aber sofort den Einkauf. Bringt MIR zwar nichts, ist trotzdem nett.

Zum Glück bin ich um 12 Uhr beim Kochkontor, danach wird es nämlich voll. Anscheinend wissen viele Menschen, dass man in dem Kochbuchladen nicht nur Unmengen Kochbücher erstehen, sondern auch lecker essen kann. Zwei Gerichte aus Kochbüchern gibt es pro Tag. Erstaunlich, wie lecker Frikadellen mit Kartoffelpüree und Salbeimöhren schmecken können. Der äußerst lässig mit Schiebermütze und Wollpulli bekleidete Koch kocht nicht nur gut, sondern plaudert auch noch nebenbei mit den Gästen.

Ohne Kochbuch (kein Platz mehr im Rucksack) aber gut gesättigt geht es zu Fuß zum Michel, genauer zur Hauptkirche St. Michaelis zu Hamburg. Für sechs Euro kann man ganz nach oben und ganz nach unten, d.h. auf den Turm (das geht auch mit Fahrstuhl) und in die Krypta, in der ein interessanter Film über die Hamburger Geschichte läuft. In die Kirche selber kommt man kostenfrei und kann so alle vier Orgeln und den Goldstuck ausreichend bewundern.

Auf dem Weg zum Michel verlaufe ich mich ein bisschen, was aber nicht schlimm ist, da ich „Frohstoff“ entdecke – Siebdruck auf allem, was geht. Netterweise auch online, die Wickelbücher und die Geschirrtücher haben es mir angetan…

Es zieht mich wieder zu den Landungsbrücken. Eigentlich überlege ich, noch einmal mit der Fähre zu fahren, das Wetter klart etwas auf. Nee, lieber durch den alten Elbtunnel. Mit dem Fahrstuhl geht es abwärts und dann immer geradeaus. Auf der anderen Seite raus und dann findet man relativ einfach einen kleinen Aussichtsplatz, von dem aus man die andere Elbseite fotografieren kann. Das ist ein Panoraaaama…

In der Nähe des Hauptbahnhofes ist der Laden „Mutterland„. Lauter kleine Köstlichkeiten, man weiss gar nicht, was man kaufen soll. Nette Unterstützung dabei ist die Verkäuferin, die mich schliesslich regelrecht überredet, meine Sachen als Geschenk verpacken zu lassen – obwohl sie weiss, dass sie für mich sind. Und die Geschenkverpackung ist wirklich toll (und kostenlos)… Lecker Käsekuchen nehme ich auch gleich mit, den könnte man aber auch vor Ort essen. Für den Sommer gibt es auch eine kleine Eistheke, die ist aber im Moment zu.

Für abends habe ich die „Spiesserei“ herausgesucht. Das Navi versucht uns zu verwirren, wir aber lassen uns nicht beirren und finden den stylischen Imbiss, in dem alles gespiesst oder gesandwicht wird. Ich bekomme einen bunten Teller, der Mann nimmt Rind, beide sind wir glücklich mit unserer Wahl. Lecker. Einfach nur lecker.

Tag 3 – Alte Autos, alte Tankstelle und neues Kochhaus

Prototyp-Museum – schliesslich muss das Programm nun dem Mann angepasst werden. Viele schöne Autos und vor allem ein tolles Museum. Nebenher bekommen wir noch Auto-Putz-Tipps und ich versuche mich am Fahrsimulator. Habe ich ein Glück, dass man Fahrstunden und -prüfung (noch?) nicht auf so einem Ding absolvieren muss, ich würde nie einen Lappen bekommen.

Auf der Langen Reihe steht nicht nur das Geburtshaus von Hans Albers (Nr. 71), sondern seit kurzem auch das Kochhaus. Ich bin glücklich, kaufe direkt vier Hauptgerichte und der Rest des Wochenendes ist (zumindest kulinarisch) gerettet.

Da wir jedoch nicht vor Ort mit dem Kochen beginnen können, brauchen wir eine kleine Stärkung für die Fahrt nach Hause. Die gibt es in toller Umgebung in der Oldtimer Tankstelle bzw. in deren „Erfrischungsraum“. Der ist erst noch leer, füllt sich dann aber im Laufe unseres Besuchs so sehr, dass die einzigen Jungs, die tatsächlich mit Oldtimern vorgefahren kommen, ihren Kaffee im Stehen trinken müssen. Ich kann nur zustimmen, als einer der anwesenden Männer sagt „Das ist richtig nett bei Euch!“ Beim nächsten Mal mache ich dann aber auch einen Abstecher zum Werksverkauf der Hamburger Wollfabrik, der direkt nebenan ist.

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