Moritz von Uslar: Deutschboden

Deutschboden: Eine teilnehmende Beobachtung

Ein champagnertrinkender Berliner verkündet seinen Freunden, dass er einige Monate in einer ostdeutschen Kleinstadt verbringen wird, um ein Buch darüber zu schreiben und nennt sich fortan „der Reporter“.Alltag in einer Kleinstadt – vermutlich auch nur für den Teil der Berliner interessant, die nicht aus einer ebensolchen kommen (also ca. 7 Prozent der Berliner Bevölkerung). Ich habe noch nie ein Buch mit derart wenig Handlung gelesen, welches ich trotzdem faszinierend fand. Vielleicht, weil dem anfangs sehr snobistisch wirkende „Reporter“ im Laufe der Zeit immer bewusster wird, dass man auch mit ostdeutschen Kleinstädtern reden und feiern kann. Vielleicht, weil gerade das Leben der beschriebenen Personen ein Querschnitt durch die „richtige“ Gesellschaft ist – jenseits von Champagner und verpassten Ausstellungen und Parties (die natürlich von einem Berliner Freund des Reporters fein säuberlich aufgezählt werden müssen, um die Wichtigkeit desselben zu betonen). Vielleicht, weil sich mir immer die Frage stellte, ob der „Reporter“ die diversen Alkoholika in der Gaststätte Schröder, bei Aral und im Probenraum auf Spesenrechnung gekauft hat.

Moritz von Uslar liest aus „Deutschboden“:

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