Reise, Reise #2 (9.5.)

Am Geschäft von Udo Walz langzulaufen führt zu sofortiger Kontrolle der Frisur.

Kudamm löst Kauf-Rausch aus. Zum Glück sitze ich im Bus.

Warum demonstriert Ver*di schon wieder? Sehe nur „H*M“ auf einem Schild. Kombiniere Mindestlohn.

Kollektives Massenschubsen auf dem türkischen Markt am Maybachufer. Drachenfrucht erinnert an Vietnam und muss dringend gekauft werden.

An der Ankerklause stilles Gedenken an den Schwan, der sich vor ein paar Jahren durch Flug gegen die Brücke vor meinen Augen umgebracht hat.

Die Jungs vor dem „Blauen Affen“ halten mich für eine echte Neucöllnerin. Andere Klamotten, aber jedes Mal Alkohol im Arm. Erst roten Sekt im Hosenanzug, dann Cachaca im T-Shirt.

Vor einem Kinderladen Kästchenhüpfen mit meinem Bruder. Die Kinder sind verwirrt. Denken vielleicht, wir tanzen unseren Namen.

Mit Sekt im Blut zum Karneval der Kulturen. Nach Aufnahme in Latina-Gemeinschaft und küssender Begrüssung durch fremde Latinos Kurzeinführung in Spanisch. „Habt ihr verstanden, worum es in den Liedern geht? Alles sentimentale Quatsch.“ Plötzlich verstehe ich Spanisch. Der niederländische Argentinier singt davon, dass seine Toilette der Rio Grande ist. Dann lieber „sentimentale Quatsch“.

Abendprogramm in Kreuzberg. Im Tequila Sunrise schwimmt eine Limettenscheibe. Sowieso sieht alles aus wie Caipirinha. Als die Engländer einfallen, falle ich in die Bahn.

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