Essen ersetzen: Saubere Schokolade

Während andere Kinder Nussnougatcreme nur rationiert (oder im schlimmsten Fall gar nicht) erhielten, stand auf unserem Frühstückstisch immer ein 800 g Nutella-Glas. Außerdem für meinen Bruder ein halber Liter Kakao, angerührt mit Kaba. Während der Prüfungsphase im Studium ernährte ich mich fast aussschliesslich von Schokolade, bei stressigen Zeiten im Job wurde schon mal eine 300 g-Milka inhaliert.

Schmutzige Schokolade: Kinder ernten Kakao

Bis ich 2010 die Reportage „Schmutzige Schokolade“ sah. Der Journalist und Filmemacher Miki Mistrati zeigt darin, wie an der Elfenbeinküste Kinder auf Kakaoplantagen zur Ernte eingesetzt werden. Diese Kinder wurden teilweise von ihren Familien verkauft, teilweise entführt. 42 Prozent der weltweiten Kakaoproduktion stammen von der Elfenbeinküste. Laut Schätzungen von UNICEF arbeiten 200.000 Kindersklaven auf Kakaoplantagen.

 

 

Alternativen statt Verzicht

Danach schmeckte die konventionelle Schokolade nicht mehr so wirklich, Alternativen mussten her. Schliesslich isst jeder Deutsche im Durchschnitt 11 Kilo Schokolade im Jahr, da bin ich keine Ausnahme. Alternativen gibt es zum Glück, sie schmecken und sind mittlerweile auch einfach verfügbar. Trotzdem schiele ich neidisch Richtung Großbritannien, wo nicht nur viele Cadburys Produkte Fairtrade sind, sondern auch KitKat.

Schokolade

Bisher:

Milka, Rittersport und Co. (100 g ca. 0,99 €)

Ersatz:

Gepa Schokolade (100 g zwischen 1,99 und 2,29 €)

Einfach ersetzen?

Mittlerweile gibt es Gepa-Produkte auch im Supermarkt, z.B. bei Kaisers. Ansonsten können auch alle Produkte im Gepa-Onlineshop gekauft werden.

Schmeckts?

Aber sowas von. Gepa-Schokolade hat nichts mehr mit den leicht ranzig schmeckenden Haselnuss-Tafeln zu tun, die meine Mutter früher aus Mitleid beim Eine-Welt-Verkauf in der Kirche kaufte, weil sie niemand sonst wollte. Meine Favoriten sind Fleur de Sel und Café Blanc, die vom Mann favorisierte Chili-Schokolade findet sich leider nicht mehr im Sortiment. Wer auf Kinder-Schokolade steht, findet einen adäquaten Ersatz in den „milk & creamy Kids“-Riegeln (0,99 € für 37,5 g).

Was bringts?

Definitiv besseres Gewissen – für mich müssen keine kleinen Kinder Kakao ernten. Außerdem essen wir weniger Schokolade, die Gepa-Schokolade ist so geschmacksintensiv, dass oft schon ein paar Stückchen reichen. Da Schokolade definitiv ein Luxus-Lebensmittel ist, kann man den höheren Preis durch ein wenig Verzicht ohne Probleme auffangen.

Ergänzung

Anne hat mich darauf hingewiesen, dass Zotter auch Fair trade produziert – und zwar rund 150 Geschmacksrichtungen. Bio sind die Schoko-Schätzchen außerdem. 70 g kosten ca. 3,20 €.

10 Comments

  1. Zotter macht auch tolle FairTrade-Schokolade in mindestens siebentausend Geschmacksrichtungen (jedenfalls gefühlt). Und wenn man in Essen wohnt, kann man am Limbecker Platz im Zotterladen auch noch alles mögliche probieren.

    • Danke für den Tipp, Zotter hatte ich gar nicht auf dem Schirm. Und dabei bin ich ja selber immer sehr dankbar für Tipps!

  2. Hallo,

    probiere doch mal aus dem Bioladen die Schokolade von Vivani, ist Bio, Fair Trade und einige Sorten auch garantiert ohne Kinderarbeit (da steht es jedenfalls extra drauf), Ob es auf alle Sorten zutrifft, weiss ich nicht. Meine Lieblingssorten sind Chili, Feine Bitter Cassis und Edel Bitter mit 70 % Kakao. Gibt’s auch im Internet. Preise zwischen 1,70 € und 2,20 €.

    Gruß
    Birgit

    • Sehr guter Tipp, herzlichen Dank! Vor allem, da der Mann dann wieder zu einer Chili-Schokolade kommt.

    • @Verena: Das ist ja nochmal eine Schüppe drauf – keine Kinderarbeit und dafür Bäume pflanzen. Ich muss zu dm!

      • Das stimmt, aber dafür ist das die beste Vollmilchschokolade, die ich seit langem gegessen habe!

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