Shorttrip to Brüssel

Wunderschön ist es in Brüssel – aber auch nicht gerade günstig. Für einen Kurztrip bietet sich die Stadt vom Ruhrgebiet aus geradezu an. Wir waren im letzten Jahr dort, ich aus Berlin eingeflogen, den Mann vom Pott eingefahren. Auch in der „kalten Jahreszeit“ ist Brüssel sehens- und besuchenswert.

Anreise
Wer mit dem Auto kommt, sollte es möglichst schnell auf einem Parkplatz abstellen. Fahren in Brüssel ist nicht nur mörderisch, sondern auch unnötig – was man nicht zu Fuß erreicht, deckt das sehr gute U-Bahn und Tramnetz ab.
Beim Flughafen gibt es einige Besonderheiten zu beachten. Bei der Ankunft einfach immer den Schildern Exit folgen. Nach ca. einer Viertelstunde und ewigen Wegen gelangt man dann zu den Gepäckbändern. Für die Abholer ist es dann wieder leicht: Es gibt nur einen Ausgang, durch den alle kommen. Möchte man Brüssel auch wieder über den Flughafen verlassen, ist Spürsinn von Nöten. Nicht von den ganzen Ankunft-Schildern täuschen lassen, sondern einfach eine Etage höher fahren. Dort ist (nur spärlich ausgeschildert) der Check-in.
Kommt man mit dem Zug an der Brüsseler Centraal Station an, sollte man sich gut merken, wo die ist. Ausgeschildert ist sie nämlich nicht.

Hotel
Hervorragend und zentral gewohnt haben wir im Vintage Hotel. In der Nähe des Brüsseler „Champ Elysees“ gelegen, ist der Grand Place in ca. 30 Minuten zu Fuß zu erreichen. Für alle, die es weniger sportlich mögen, ist die U-Bahn-Station „Louise“ 5 Minuten entfernt.
Vintage Hotel, Dejonckerstraat 45 1060 Bruxelles

Freizeitgestaltung
Erster Anlaufpunkt war für uns der Grand Place. Rathaus und diverse Zunfthäuser bilden eine imposante Kulisse. Das wissen allerdings auch die anderen Touristen…

Einen guten Überblick über die Stadt bietet eine Stadtrundfahrt mit einem Bus. Hat man den Hauptbahnhof gefunden, kann man von dort die Busse nehmen. Ein Besuch des Atomiums bietet sich als Unterbrechung der Tour an, zum einen, weil das Atomium außerhalb des Stadtkerns liegt, zum anderen bekommt man teilweise Ermässigung.

Zumindest einmal vorbei gehen sollte man am Brüsseler Wahrzeichen, dem Manneken Pis. Das ist zwar sehr klein, aber die Menschenmenge davor fällt auf.
Rue de l´Etuve, Ecke Rue du Chene

Das Atomium wurde 1958 zur Weltausstellung gebaut und kann immernoch besichtigt werden. Fünf der neun Kugeln sind zugänglich und schon die Wanderung durch das Atomium hat etwas für sich.
ATOMIUM, Square de l´Atomium, 1020 Bruxelles

In einem wunderschönen Jugendstilbau befindet sich das Comic-Museum. Wer wissen möchte, wie ein Comic entsteht oder sich an Zeichnungen von Hergé und Co. erfreuen möchte, ist hier richtig.
Centre Belge de la Bande Dessinee, Rue des Sables 20, 1000 Bruxelles

Wer viel Zeit hat, kann den Comicspaziergang machen – oder einen Teil davon. Auf sechs Kilometern Strecke findet man 32 Comicbilder an Häuserwänden – seit 1991 kommen immer weitere Motive hinzu.

Leibliches Wohl

Pflichtprogramm sind in Brüssel natürlich Muscheln (immer mit Pommes), Pralinen und Kirschbier. Wir haben ein paar Bezugsquellen getestet:

Im A la mort subite lässt es sich gemütlich ein Bierchen trinken, z.B. Himbeer oder Kirsch. Oder eines der unzähligen anderen Brauereierzeugnisse. Hier kehrt der Brüsseler auch mal während der anstrengenden Shoppingtouren ein, um zu verschnaufen. Lecker sind auch die Omeletts, die mit einer riesigen Brotscheibe serviert werden.
A la mort subite, rue Montagne-aux-Herbes Potagères 7, 1000 Bruxelles

Unweit des Grand-Place, also in bester Touristengegend, befindet sich das Chez Partick, immerhin seit 1893. Nicht abschrecken lassen – auch wenn es dunkel ist, ist es bestimmt geöffnet. Die Muscheln sind empfehlenswert, der Mann empfiehlt als Vorspeise die Zwiebelsuppe.
Chez Patrick, Rue des Chapeliers 6, 1000 Bruxelles

Das Falstaff ist eine etwas merkwürdige Mischung aus gehoben sein wollen und angegammelt sein. Noch merkwürdiger war mein Essen, kaum zu findender Chicoree, in Schinken eingewickelt und mit einer dicken Käsesoße überbacken. Vielleicht einfach mal für ein Bier einkehren und die bestimmt einmal wunderschön gewesene Jugendstil-Einrichtung bewundern.
Le Falstaff, 19 Rue Henri Maus, 1000 Brüssel

Wer schnell etwas in einem Imbiss essen möchte, aber auf vernünftige Qualität Wert legt, sollte zu Exki gehen. Am ersten Tag sind wir dort gelandet, weil wir SOFORT etwas zu essen brauchten, hinterher sind wir gezielt hingegangen. Das Essen ist nicht nur sehr lecker, sondern auch bio.
Verschiedene Filialen

An unserem letzten Abend wollten wir etwas in der Nähe des Hotels esse – gar nicht so leicht, weil einiges zu hatte. Gelandet sind wir in einem sehr einfachen Restaurant, in dem anscheinend hauptsächlich Menschen aus der Umgebung essen – was den Muscheln aber keinen Abbruch tat. Steht wahrscheinlich in keinem Reiseführer, für uns aber mit das beste und vor allem das günstigste Essen in Brüssel.
Le Rendez-vous des artistes 24, Rue Dejonckerstraat, 1060 Sint-Gillis (Brussels)

Da wandert man mal in einen „Seitenarm“ der Galerie des Prinzen und schon ist dort ein nettes Restaurant versteckt. Leider war dort auf Ewigkeiten hinaus kein Tisch zu bekommen – wir versuchen es beim nächsten Mal.
L´Ogenblik, Galerie des Princes 1 1000 Bruxelles

Geld ausgeben kann man auch in Brüssel

Zum Shoppen gibt es in Brüssel reichlich Gelegenheit. Unzählige Fabrikanten von süßen Köstlichkeiten, aber auch andere Gelegenheiten. Bei schlechtem Wetter empfiehlt sich das Bummeln in den Galerien St-Hubert, Bortier oder einer der anderen, dort hat man ein schönes Ambiente und bleibt trocken.

Wer Pralinen mit nach Hause nehmen möchte, kann natürlich zu den „großen Namen“ gehen. Oder er geht zum Hoflieferanten Mary (der auch per Post nachliefert, wenn die Pralinen aufgegessen sind.)
Mary Chocolatier, 73 Rue Royale und 195 Rue Edith Cavell, Brüssel

Bei Pierre Marcolini gibt es im Laden auch mal lautstarke Partys für VIPs, aber auch Normalsterbliche können hier Pralinen und Macarons (soooo lecker!) kaufen.
Verschiedene Filialen und online

Kleine Törtchen, große Brote und vor allem Gläser mit herrlichem Spekulatius-Brotaufstrich kann man im Le Pain Quotidien erwerben. Die Packung mit den vier verschiedenen Schokoladen-Aufstrichen schmeckt auch am heimischen Frühstückstisch noch…
Verschiedene Filialen

Weitere Informationen:
Brüssel-Guide
Visit Brüssel

7 Comments

  1. Oh super, danke! Wir sind ja nur zwei Tage da und abends sind wir auf einem Konzert, mal gucken, wie viel Zeit wir sonst so haben.

    Wir waren damals bei Vincent, einem sehr unscheinbaren Steak-Restaurant. Das war auch sehr, sehr cool, vor allem, weil man z.B. beobachten konnte, wie die Mayonnaise live angerührt wurde.

    EXGI hat mein Chef mir schon empfohlen und das Pain Quotidien kenn ich noch aus Düsseldorf, die deutschen Filialen sind aber leider alle schon wieder zu.

    Ich werde berichten… wenn’s klappt, nächstes Wochenende schon.

  2. Sehr interessant, das alles. Wir waren letztes Jahr mal dort, allerdings nur ganz kurz. Wir fahren ja immer in Städte wegen toller Ausstellungen in tollen Museen und letztes Jahr gabs eine großartige Jeff-Wall-Ausstellung im BOZAR. Das Museum selbst hat uns nicht so überzeugt, aber die Ausstellung. Ansonsten haben wir kaum was von der Stadt gesehen, da es aus Eimern geschüttet hat und parallel die Hälfte wegen irgendeines Festivals abgesperrt war.
    Aber wir wollen auf jeden Fall nochmal dort hin und deswegen sind deine Tipps Gold wert 🙂
    Ansonsten haben wir unser Herz ein wenig an Antwerpen verloren, kann ich nur empfehlen.

    • @michaela: Antwerpen war ich noch nie – dann weiss ich ja jetzt, wen ich wegen Antwerpen-Tipps anzapfen kann 🙂

  3. irgendwie werd ich mit Brüssel nicht „warm“. Meine Schwester wohnt da ja, sodass ich schon denke, dass ich die Stadt einigermaßen kenne, aber ich finde sie hat wenig Ausstrahlung. Am Besten finde ich wohl noch die Supermärkte 🙂 und das viele süße Bier, obwohl ich sonst kein Bier trinke…A la mort subite ist wirklich urig. Cool finde ich Matonge, das afrikanische Viertel…das ist zumindest ein Erlebnis…

    • @Laura: Dann muss ich beim nächsten Mal ins Matonge 🙂 Ich finde die Stadt schon süss, allerdings war ich nun auch in der Weihnachtszeit da, da wirken viele Städte niedlicher, als sie sind. Ich mag eigentlich auch nicht gerne Bier, aber das Himbeerbier im Mort Subite…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.