Viel Theater im leeren Raum

Claudia Maurer hat in Ulm Theaterregie studiert, aber während ihrer anschliessenden Tätigkeit (erst als Regieassistentin, dann) als Regisseurin in Bremerhaven ziemlich schnell gemerkt, dass eine Voraussetzung für Theaterregisseure nicht erfüllen will: Das Nomadenleben. 2009 ist Claudia nach Essen gezogen und macht nun im Leeren Raum das, was sie eigentlich schon seit über zehn Jahren macht – zum Beispiel Schauspieltraining. Ob Jugendliche, Erwachsene, Frauen oder Männer, Claudia gibt ihnen Unterricht. Um an den Trainingsstunden teilzunehmen, muss man nicht Schauspieler sein oder werden wollen. Claudia gibt nämlich auch Präsentations- und Lampenfieberworkshops für „ganz normale Leute“.

Weil ich mir so gar nichts unter den Trainings vorstellen konnte, habe ich mit Doreen (die auch schon darüber geschrieben hat) an einem Probetraining teilgenommen. Das Schnuppertraining soll uns einen kleinen Einblick in die Methoden geben, die Claudia bei ihren Trainings einsetzt. Schauspieler bin ich garantiert nicht, ich kann nicht mal auf schauspielerische Erlebnisse in der Schule zurückgreifen. Ich habe nur mal Kulissen für ein Musical gebaut. Mir geht es um Sicherheit bei Präsentationen und ein Stück weit auch um Schlagfertigkeit. Und natürlich geht es um Spass – denn selten habe ich so oft gelacht wie bei dem Besuch des Improtheaters der Gorillas in Berlin. Ob das genauso lustig ist, wenn man selber spielt?

"Bretter", die für manche die Welt bedeuten

„Bretter“, die für manche die Welt bedeuten

Wir schütteln uns aus

Kaum haben wir uns gegenseitig vorgestellt, geht es schon los. Claudia legt Musik auf und wir schütteln nach ihren Vorgaben Hände, Beine, Schultern, Hüften, immer schneller und schneller. Mir wird warm, aber irgendwie ist man danach auch sofort unverkrampfter.

Pfeile schiessen durch den Raum

Warm wird mir auch beim nächsten „Spiel“, wir schiessen quasi virtuelle Pfeile kreuz und quer im Kreis. Bei sowas bin ich nie so gut, ich muss mich sehr konzentrieren um mitzubekommen, wann ich dran bin und das ich nicht immer nur in eine Richtung weiterschiesse. Macht aber nichts, ein Wettbewerb ist das ja schliesslich nicht.

Geschenke

In Claudias Tasche ist ein Geschenk. Ganz schön durchsichtig, aber als sie damit (pantomimisch) umgeht, wissen wir alle, was es ist. Sie gibt es an mich weiter und in meinen Händen verwandelt es sich. Interessant, was wir so alles geschenkt bekommen haben: Jacke, Kissen, Blume, Mundharmonika, ein Stuhl und noch vieles mehr. Manche Gegenstände denke ich mir aus, weiss aber nicht genau, ob ich sie vernünftig dargestellt habe. Claudia gibt uns den Tipp, sich die Sachen genau vorzustellen und sie zu benutzen. Dann sehen auch die Zuschauer sie.

„Danke“

Pantomimisch geht es weiter. Pantomime mag ich ja, mit zwölf oder so habe ich in einem Robinson Club einen Pantomime-Kurs gemacht, bei dem ich der einzige Teilnehmer war. Eine von uns spielt etwas, eine zweite kommt dazu und spielt ein bisschen mit. Dann sagt die erste „Danke“ und die zweite spielt etwas anderes. Besonders lustig wird es, als mir nichts einfällt und ich deshalb einfach „Meditation“ spiele. Als ich die Augen aufmache, steht Doreen neben mir im „herabschauenden Hund„.

Freeze

Wir dürfen auch reden! Allerdings wird es da auch nicht leichter: Immer zwei spielen eine Szene so lange, bis einer der Zuschauer „Freeze“ ruft, einen der Schaupieler ablöst und sich in die selbe Position stellt. Allerdings spielt er dann etwas anderes. Hinterher kugeln wir uns nicht nur wegen des Spielens, sondern auch vor Lachen auf dem Boden.

Training für Körper und Geist

Nach zwei Stunden haben wir uns nicht nur das gegenseitige Schulterklopfen, sondern auch unser Bett verdient. Ganz schön anstrengend, das Theater. Für den Kopf, weil man immer aufmerksam sein muss und ab und an auch für den Körper. Die Bauchmuskeln wurden auf jeden Fall gut trainiert – es hat richtig Spass gemacht.

Eine Übersicht über Claudias Seminare gibt es hier.

 

 

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