Volker Kutscher: Märzgefallene

Gereon Rath feiert in Köln Karneval, während in Berlin ein Ereignis mit schwerwiegenden politischen Folgen stattfindet: Der Reichstag brennt. Die Berliner Polizei widmet sich fortan mit aller Kraft der Verfolgung von „Kommunisten“. Das berührt auch Raths aktuellen Fall, den Mord an einem Obdachlosen, aus dem eine ganze Mordserie entsteht. Raths Ermittlungen führen zurück bis in den ersten Weltkrieg und zu einem unterschlagenen  Goldschatz.

Nicht nur wegen seiner 608 Seiten ist der fünfte Fall der Gereon Rath-Serie kein Leichtgewicht. Im Gegensatz zu den vorherigen Büchern rückt die historische Situation im Jahr 1933 noch stärker in den Vordergrund. 2011 hat Kutscher gesagt, dass voraussichtlicher Endpunkt der Serie 1936 ist – ein bisschen frage ich mich, wie ein unpolitischer Gereon Rath es bis dort aushalten will. Indem er vielleicht doch zum Mitläufer wird?

So gut sich das Buch aus liest, manches hat mich gestört. Dass Rath wieder eine Leiche verschwinden lässt (und ihn seine Verlobte diesmal sogar unterstützt). Dass eine der Hauptfiguren ausgerechnet mit einem SA-Mann eine homosexuelle Beziehung hat. Dass der Gangsterboss Marlow sich immer mehr zum väterlichen Freund und Gehilfen entwickelt. Und vielleicht auch, dass eben immer alles so sehr glatt läuft, dass am Ende eine  Friede-Freude-Eierkuchen-Familie heraus kommt.

Trotzdem eine klare Leseempfehlung für Fans von Gereon Rath, der bis zum Schluss spannende Fall und die detailliert recherchierte geschichtliche Situation wiegen es wieder auf.

Volker Kutscher: Märzgefallene*, 19,99 Euro 

 

Dieses Buch wurde mir vom Verlag als kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Auf den Inhalt dieser Rezension hat der Verlag und/oder der Autor dieses Buches keinen Einfluss genommen.

*Amazon-Affiliate-Link, selbstverständlich ist das Buch auch über jede andere Buchhandlung, z.B. Proust in Essen oder Ocelot in Berlin zu beziehen.

 

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