Vollkornstollen klingt nach selbstgestrickten Kindertragetüchern und Birkenstock-Latschen. Allerdings sind Birkenstocks in den letzten Jahren zum Kult-Schuh geworden – vielleicht schmeckt dann auch Vollkornstollen? Christian Förster von der Bäckerei Gebr. Förster behauptet das zumindest. Anne Schüßler, Doreen und ich haben deshalb weder den Weg noch die zu erwartenden Kalorien gescheut und uns nach Essen-Heisingen aufgemacht, wo schon Stollen und zwei große Teller Weihnachtsgebäck auf uns warteten.
Der Vollkornstollen
Nicht nur Christian Förster ist von seinem Vollkornstollen überzeugt, sondern auch die Hifi-Firma, die das Backwerk jedes Jahr als Weihnachtspräsent bis nach Asien und Australien verschickt. Nach dem Probieren bin ich auch überzeugt: Der Vollkornstollen schmeckt sehr gut und ist etwas kräftiger im Geschmack als sein heller Bruder. Eine gute Idee, um Abwechslung in die weihnachtliche Kaffeetafel zu bringen.
Besonders ist an dem Stollen nicht nur das Vollkornmehl, sondern auch das Zuckerwasser- und anschliessende Butterbad, das er nach dem Backen nimmt. Auf Puderzucker wird verzichtet, dafür ummantelt ihn brauner Zucker. Statt Haselnüssen werden Mandeln inklusive Haut verbacken und das Marzipan (für mich ein Muss, Stollen ohne Marzipan sind nix) kommt in bester Qualität aus Bonn.
Stollen mal anders
Anne mag keine Rosinen „in Sachen“. Das hält sie nicht davon ab, den Vollkornstollen zu probieren und tapfer jede Rosine zu entfernen:
Damit Anne auch Stollen ohne Rosinenpulen essen kann, bekamen wir auch die Kreation der jüngsten Förster-Generation zum Probieren, einen Schoko-Nougat-Stollen. Auch, wenn es lecker und keineswegs trocken war – für mich muss es in der Weihnachtszeit „echter“ Stollen sein.
Plätzchen wie hausgemacht – nur besser
Mit den Stollen war die Testerei noch nicht vorbei, auf uns warteten zwei Teller voll Weihnachtsleckereien. Die Champagnertrüffel auf Lebkuchen wurden für den Schluss reserviert und erst einmal bei den Spekulatius zugegriffen.
Gewürze werden hier sparsamer eingesetzt, erklärt uns Christian Förster, damit der Buttergeschmack noch erkennbar ist. Sehr lecker und kein Vergleich mit den Industrie-Spekulatius.
Butterplätzchen finde ich leider generell nicht so spannend, weshalb ich sie auch nie selber backen würde. Die von der Bäckerei Förster sehen aber so schön hausgemacht aus, dass man sie auch als eigenes Backwerk verkaufen könnte.
Spritzgebäck dagegen ist eher meins, das backt meine Mutter jedes Jahr zu Weihnachten. Förster backt es das ganze Jahr über, zweimal die Woche – in der Weihnachtszeit natürlich öfter. Die Schnörkel mit einem Hauch Zitronenschale sind aber auch zum Wegknabbern lecker.
Schoko-Time
Als ob wir nicht schon gut gefüllt wären, steht jetzt noch der Schoko-Teller an. Spätestens nach den ersten Bissen merken wir, dass der Pott Kakao ein ziemlicher Fehler war – ich verfalle in Schoko-Starre.
An den Dominosteinen – die ihrem Spitznamen „Wackersteine“ alle Ehre machen – gefällt mir besonders, dass es keine Geleeschicht gibt.
Außerdem werden sie mit selbstgekochter Beeren-Marmelade hergestellt. Auch die Zimtsterne stechen hervor.
Zuckerguss statt Eiweissschicht und einen sehr leckeren Teig. Der besteht zum Großteil aus Marzipan und ist ein altes Familienrezept, verrät uns Christian Förster.
Nachdem ich alles probiert habe, bin ich sehr vollgefuttert – aber Schokolade macht ja glücklich. Der Verzehr des Champagnertrüffels bereitet einige Schwierigkeiten, ich hätte ihn besser, wie Doreen, als erstes gegessen.
Bäcker seit 1878
Mittlerweile in der sechsten Generation gibt es die Bäckerei Gebr. Förster und sie ist damit die zweitälteste Essener Bäckerei. Vorgefertigte Ware sucht man hier vergeblich – Christian und Friedrich Förster backen nach alten Familienrezepten und mit besten Zutaten. So kommt unter anderem das von mir hochgeschätzte Jordan-Olivenöl zum Einsatz. Nicht von ungefähr hat das Magazin „Feinschmecker“ die Bäckerei Förster bereits zweimal als eine der besten Bäckereien Deutschlands ausgezeichnet.
Wer für Abwechslung auf dem bunten Teller oder adventlichen Kaffeetisch sorgen möchte, der sollte sich in eine der Filialen der Bäckerei Gebr. Förster nach Essen-Steele, -Überruhr oder -Heisingen begeben – der Weg lohnt sich! Neben den vielen süßen Leckereien gibt es bei Förster natürlich auch Brötchen und Brot. Sehr zu empfehlen sind die „doppelt geschlitzten, in Grieß gewendeten“ Brötchen – alleine wegen denen würde ich in die Nähe einer Förster-Filiale ziehen.
Bäckerei & Konditorei Förster
Steele: Hochfeldstraße 159, 45307 Essen
Überruhr: Schulte-Hinsel 39, 45277 Essen
Heisingen: Schangstr. 2, 45259 Heisingen
Warum können die keine Filiale in Bottrop aufmachen ? Alleine vom Lesen wird man ja schon süchtig ………
Hat man dafür nicht Kinder, die in Essen wohnen und einem das vorbeibringen können? (Alternativ: Kaufen und dann an Weihnachten mitgeben.)
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