Weck-Einkochgläser

Mit dem Rhabarber beginnt für mich die Einkochzeit – oder „Einweckzeit“. Und einwecken geschieht klassischerweise in Weck-Gläsern mit Glasdeckel und Gummiring.

1892 wurde die Idee des Gelsenkircheners Dr. Rudolf Rempel, Lebensmittel in Gläsern durch Einkochen haltbar zu machen, patentiert. Da Dr. Rempel aber bereits mit 34 Jahren starb, wurde das „Rempelsche Patent“ von einem Direktor Hüssener gekauft, der es schliesslich an Johann Weck weiterverkaufte. Mit der Marke „Weck“ wurde einer der ersten Marken in Deutschland geschaffen. Die Wort-Bild-Marke der Erdbeere mit dem Schriftzug Weck wird noch heute genutzt.

In meine Weck-Gläser werden je nach Jahreszeit Rhabarberkompott, Pflaumenmus, eingelegte rote Beete, Tomatensauce und, und, und gefüllt. Bei jedem weiss ich, dass keine Zusatzstoffe enthalten sind – und nichts schmeckt wie gekauft, sondern besser. Und trotz des Verzichts auf Zusatzstoffe bleibt es ewig haltbar – dank der Weckgläser. Außerdem hat es ein bisschen was von „zurück in die Vergangenheit“, wenn man die orangen Ringe auf die Gläser legt, die Deckel mit den Klammern verschliesst und nach dem einkochen und erkalten gespannt prüft, ob im Glas ein Vakuum entstanden ist und der Deckel hält.

Ganz hartgesottene Einwecker haben auch einen Vorrat an Gerichten in Weck-Gläsern: z. B. Eintopf, Rouladen oder Königsberger Klopse. Die werden bei mir immernoch eingefroren. Ein entscheidenden Vorteil (neben der Haltbarkeit) haben jedoch alle eingeweckten Lebensmittel gegenüber eingefrorenen: Das Auftauen entfällt. Und das ist gerade bei Menschen ohne Mikrowelle ein ganz schöner Zeitfaktor.

Schön ist auch der „Kuchen im Glas„, da kann auch gerne mal überraschend Besuch kommen.

Die ersten Gläser habe ich übrigens deshalb eingeweckt, weil in meinem Gefrierschrank (trotz drei Schubladen) kein Stückchen Platz mehr war.

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