Wie man ein Haus kauft – Finden und besichtigen

Die folgenden Tipps sind selbstverständlich subjektiv und teilweise auch selbstverständlich. Trotzdem wäre ich ganz froh gewesen, wenn ich das alles zu Anfang unserer Haussuche gewusst hätte. Geklappt hat es jetzt trotzdem. Hurra!

Ein Haus finden

Am allerschlechtesten hat bei uns die Suchanzeige in Online-Immobilienportalen funktioniert. Dafür haben wir Geld gezahlt, aber nie ein Angebot bekommen. Selbstverständlich kann man auch einfach selber suchen. Für das richtige Objekt muss man zwar viel Glück haben, aber bei uns hat es funktioniert. Leider nehmen in letzter Zeit die Fake-Anzeigen immer mehr zu, die tolle Häuser/Wohnungen für Schnäppchenpreise anbieten.

Sehr gut lief die Anzeige im lokalen Anzeigenblättchen (in Essen der Stadtanzeiger). Die liegt in allen Haushalten aus und wird anscheinend auch gelesen – pro Anzeige war immer mindestens ein Anruf.

Am allerbesten funktionierte die einfachste und günstigste (weil kostenlos) Methode: Ein Zettel in einem Biosupermarkt im Stadtteil unserer Wahl. „Suchen Haus, sind nett! (Echt!)“ Der Mann hat danach viele interessante Telefonate geführt, z.B. mit einer Frau, deren Nebenhaus verkauft wird („Wenn SIE nicht nett sind! Ich hab schon einen blöden Nachbarn!“).

Vor der Besichtigung

Hört sich einfach an, aber „Google ist dein Freund“. Google Streetview und Google Maps waren im Dauereinsatz um zu checken, ob das Haus uns überhaupt gefällt (Braun gefliest? Eher nicht …), ob uns die Gegend gefällt und wie weit entfernt Dinge wie Supermarkt, ÖPNV etc. entfernt sind. Und wenn dann alles stimmte, sind wir mal vorbei gefahren. Und wenn dann immer noch alles stimmte, haben wir einen Besichtigungstermin gemacht.

Außerdem kann man im Vorfeld schon das ein oder andere über das Haus herausfinden. Ob es denkmalgeschützt ist, zum Beispiel. Bei einem Objekt wussten wir über Geschichte und Denkmalschutz des Hauses besser Bescheid als der Makler …

Bei der Besichtigung

Wichtig ist vor allem eins: Vorstellungskraft. Manchmal muss man sich den Gelsenkircher Barock rausdenken, im Geist die ein oder andere Wand versetzen und dann ist es das. Manchmal hilft aber auch die größte Vorstellungskraft nichts. Zum Beispiel, wenn das Haus einfach vollkommen verbaut ist. Oder, wenn es seit einem Jahr oder länger nicht mehr geheizt wurde. Dann kann es nämlich sein, dass die Rohre geplatzt sind und komplett neu gemacht werden müssen. Oder die Elektrik eher aus den 1950er Jahren stammt und ebenfalls komplett ersetzt werden muss. Die ersten Objekte haben wir – teilweise anhand von Fotos, teilweise vor Ort – von einer Architektin prüfen lassen. Nach einem halben Jahr haben wir dann selber in kürzester Zeit gewusst, ob wir das Objekt stemmen können oder ob die Instandsetzung schon das gesamte Budget verschlingt und für die Schönheit nichts mehr übrig bleibt.

Wir haben immer gefragt/geguckt nach:

  • (Bei leerstehenden Häusern) Wie lange steht das Haus leer?
  • (Bei leerstehenden Häusern) Wurde über die letzten Winter geheizt?
  • Von wann sind Elektrik, Rohre, Heizung, Dach?
  • Ist der Keller feucht? (Brökelnder Putz? Wasserschaden auf dem Boden/Mauer erkennbar?)
  • Gibt es eingetragene Baulasten?
  • Ist alles, was gebaut wurde auch genehmigt?
  • Wie sind die Nachbarn?

 Kummerkasten

Ein Grund, weshalb ich keine weiteren Besichtigungen mehr machen wollte, waren die persönlichen Schicksale vieler Verkäufer. Während der Besichtigungen wurde uns nicht nur das Haus gezeigt, sondern über Krankheiten, Kinder, Todesfälle usw. berichtet. Wer das nicht ab kann, sollte nur Besichtigungen mit Makler machen.

Teil 2 „Überraschungen vermeiden“ folgt …

 

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