The Duke – Bio-Gin aus München

Barer Straße 53 – ich bin richtig. Trotzdem bin ich erst etwas verwirrt – wie der Eingang zu einer Destillerie sieht der Hauseingang nicht aus. Auch der kleine Hinterhof, in dem Fahrräder und eine Vespa geparkt sind, lässt nicht vermuten, dass ich gleich in der Produktionsstätte von „The Duke“ stehe.

Von der Geschichte zum Gin

Die Idee zum Destillerie-Besuch entstand auf den Gartentagen von Manufactum. Daniel Schönecker, einer der beiden Gründer von „Duke“, war dort mit einem Stand vertreten und verriet mir schon ein wenig über seinen Gin und seine Münchener Destillerie. 2007 kamen er und Maximilian Schauerte auf die Idee, Gin zu produzieren. Wären die beiden Brennmeister oder ähnliches, wäre das logisch – Schauerte und Schönecker sind aber Historiker.

13 Kräuter für den perfekten Gin

Nach einem Jahr Entwicklungszeit hatten die beiden den für sie perfekten Gin. Der wird nicht nur von Hand in einem Münchener Hinterhof hergestellt, sondern auch in Bio-Qualität und mit den Aromen von Wacholderbeeren, Ingwerwurzeln, Koriander, Lavendel, Zimt, Zitronenschale, Orangenblüten, Kubebenpfeffer und Angelikawurzel. Als Tribut an die bayerische Heimat werden außerdem Hopfen und Malz hinzugefügt, die „Geheimwaffen“ sorgen außerdem dafür, dass der Gin weich im Geschmack wird.

Der Gin inmitten seiner Bestandteile

Der Gin inmitten seiner Bestandteile

Getreidealkohol bildet die Basis, in der die 13 Kräuter über Nacht eingeweicht werden – das nennt sich Mazeration. Am nächsten Tag werden sie im Kupfer-Kessel destilliert.

kessel

Nicht nur zweimal destilliert, sondern auch zweimal filtriert wird der zukünftige Gin, damit keine unerwünschten Nebengeschmäcker hängen bleiben. Das könnte nämlich nach dem ersten Durchgang noch sein, erklärt mir Daniel Schönecker.

anlage

Trinkbar ist das, was aus der Destillieranlage kommt, noch nicht, dazu bedarf es erst einer „Hochzeit“. Dazu werden die Metallfässer in den Keller gebracht und der Inhalt mit Wasser von 85 auf 45 Volumenprozent gemischt.

faesser

Der fertige Gin wird anschliessend mit Hilfe einer kleinen Abfüllmaschine in die Flaschen gebracht und Etiketten aufgeklebt.

etikettiermaschine

Alles Handarbeit und Bioqualität. Trotzdem zu einem Preis wie die großen (industriellen) Gin-Hersteller, z.B. Hendricks und Bombay. Schönecker verrät mir, dass bei denen viel ins Marketing geht und bei Zwischenhändlern hängen bleibt. Bei „The Duke“ falle das weg – und man habe mit spitzem Bleistift kalkuliert.

Von Herzogen, Löwen und Ingwer

„The Duke“ trinkt sich gut auch pur bei Zimmertemperatur. Wenn Eis, dann viel, hat mir Daniel Schönecker schon in Waltrop erklärt. Einzelne Eiswürfel schmelzen zu schnell und verwässern dann den Gin. Und wenn der Gin mit Tonic Water getrunken wird, verträgt er auch mal ein Stückchen Orangenschale. „The Duke“ geht übrigens auf Herzog (Duke) Heinrich den Löwen zurück. Deshalb heisst das zweite Destillat der Brennerei ganz logisch „Lion“. Dabei handelt es sich um einen Vodka. Dritter im Bunde ist der Ingwer Liqueur, den ich in der Destillerie probieren durfte. Mir schmeckt er sehr gut, obwohl ich nicht der absolute Ingwer-Fan bin – aber Rohrzucker und Rum machen die Sache rund. Selbstverständlich handelt es sich auch bei Vodka und Ingwer Liqueur um Bio-Produkte.

Gute Idee

Daniel Schönecker in Waltrop

Daniel Schönecker in Waltrop

Dass die Idee von Daniel Schönecker und Maximilian Schauerte funktioniert hat, zeigt der Blick in den Münchener Hinterhof: Die kombinierte Destillierie/Büro/Verkaufs-Fläche platzt aus allen Nähten. Neuer Gin wurde gerade gebrannt und lagert in Edelstahlfässern bis zum Verfüllen, neue Alkoholbasis steht „ganz unromantisch“ in Plastikkanistern bereit und im Keller sorgen viele fleissige Hände dafür, dass Kartons mit Flaschen für den Versand gepackt werden. Alles in-house, von der Produktion über den Versand, selbstverständlich auch das Marketing.

Wir Preussen sind überzeugt

Gin aus München klingt wie Lederhosen aus Wanne-Eickel – geschmacklich überzeugt das bayerische Destillat aber vollkommen. Neben dem Geschmack wissen der Mann und ich die viele Arbeit und die guten Zutaten zu schätzen, die den „Duke“ und seine Brüder ausmachen.

Wo bekomme ich den Gin?

Wer nicht in München wohnt, wird im Kaufhof fündig. In Essen sollte man Banneke aufsuchen (dort gibt es auch den Ingwer Liqueur) und in Berlin das KaDeWe. Außerdem verkaufen Manufactum und beispielsweise Jordan Olivenöl „The Duke“. Weiter Bezugsquellen sind auf der Homepage zu finden.

THE DUKE Destillerie, Barer Straße 53, 80799 München

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