Bücher 2/2015

Ein weiterer Schwung Lektüre. Ein paar Bücher, ein paar Hörbücher und tatsächlich zwei Bücher, die ich nicht zu Ende gelesen habe.

Paul Glaser (Eva Schweikart/Barbara Heller): Die Tänzerin von Auschwitz

Während eines Besuchs in Auschwitz entdeckt Paul Glaser einen Koffer aus den Niederlanden mit dem Namen „Glaser“. Gegen den Widerstand seines Vaters macht er sich daran, die Geschichte seiner Tante zu erforschen, die Auschwitz überlebt hat. Sehr gutes Buch, bei dem sich die Geschichte von Tante Rosie mit den Nachforschungen von Paul abwechseln.

Lisa Tetzner: Die Schwarzen Brüder

Giorgio lebt im Tessin – bis es seiner Familie so schlecht geht, dass sie ihn als Kaminkehrer-Jungen nach Mailand verkaufen. Schon der Weg dorthin ist nicht leicht und in Mailand ergeht es Giorgio auch nicht besonders gut, bis er bei der Kaminkehrerbande der Schwarzen Brüder aufgenommen wird und dem Doktor begegnet.

Da habe ich mir aus Versehen ein Kinderbuch gekauft. Für Erwachsene nicht unbedingt eine Empfehlung, aber durchaus für (ältere) Kinder. Lisa Tetzner war übrigens mit Kurt Kläber verheiratet, der „Die Rote Zora“ schrieb.

Hannah Kent (Leonie Reppert-Bismarck): Das Seelenhaus

Island 1828: Die Magd Agnes wird des Mordes an zwei Männern angeklagt und soll die Zeit bis zu ihrer Hinrichtung auf dem Hof eines Beamten verbringen. Im Laufe der Zeit vertraut sie sich nicht nur einem Vikar immer mehr an, auch die Frau des Beamten erhält Einblicke in die Wahrheit. Nicht so spannend, wie ich erst vermutet hatte, hat mich aber dennoch gefesselt.

Kathy Reichs (Klaus Berr): Knochen lügen nie

Tempe Brennan, die forensische Anthropologin hat einen neuen Fall, bei dem sie einer alten „Bekannten“ begegnet. Richtig schlecht ist Kathy Reichs nie, allerdings scheint ihr bei diesem Buch ein wenig die Spannung ausgegangen zu sein. Es geht viel um die Familie von Brennan, der Fall plätschert dagegen eher vor sich hin.

Dominique Bona (Katrin Seebacher/ Una Pfau): Gala: Ein Leben

Helena Dimitrijewna Djakonowa kommt aus Russland in die Schweiz, um ihre Tuberkulose auszukurieren und lernt im Sanatorium Paul Éluard kennen. Sie nennt sich Gala, heiratet den Dichter, bekommt eine Tochter, hat ein Verhältnis mit Max Ernst und verlässt schließlich Mann und Kind für Salvador Dalí. Gala lebt durch ihre Männer – sie geht in ihnen so weit auf und unterstützt sie, dass keine wirkliche Eigenständigkeit – außer einem ausgeprägten Hang zur Theatralik – erkennbar ist. In ihrer Biographie versammelt sie aber interessante Persönlichkeiten und Zeiten.

Hörbücher

Nick Hornby (Ingo Herzke/Isabel Bogdan): Miss Blackpool

Barbara wird zur Miss Blackpool gewählt. Allerdings nimmt sie den Titel nicht an, sondern zieht lieber nach London, wo sie über einige Umwege der Star einer Fernsehshow wird. Sehr nette Geschichte, die so vor sich hin plätschert (positiv gemeint), dass die 16 Stunden Hörbuch wie im Flug vergingen. Ich war ein bisschen traurig, als es vorbei war.

José Saramago: Die Reise des Elefanten

Der Elefant Salomon wird samt seines Mahut von Johann III., König von Portugal, Großherzog Maximilian geschenkt und macht sich auf den Weg von Lissabon nach Wien. Eine reale Geschichte, in der aber nicht so sehr die eigentliche Reise eine Rolle spielt, sondern die Eigenheiten des Elefanten und der Menschen. Kann man sehr schön als Hörbuch hören, als Buch wäre es mir vermutlich zu langatmig gewesen.

Fredrik Backman (Stephanie Werner): Ein Mann namens Ove

Ove geht jeden Morgen eine Kontrollrunde durch sein Wohngebiet und auch sonst fällt er nicht unbedingt als angenehmer Mensch auf. Eigentlich möchte Ove aber nur eines: Endlich zu seiner Frau Sonja, die vor einem halben Jahr verstorben ist. Alle seine Versuche zu sterben scheitern aber – und Schuld daran ist oft seine neue Nachbarin. Ganz nebenbei erfährt man dann Oves Geschichte. Sehr sehr gutes Hörbuch, bei dem man oft lachen kann, aber auch nachdenklich wird. Die Beschreibungen der Geräusche, die Ove macht sind weitere kleine Highlights.

Karen Köhler: Wir haben Raketen geangelt

Erzählungen, die einen mitnehmen – in mehrfacher Hinsicht. Es geht um Verlust, um Liebe, um Tod. Nachdenklich und trotzdem so, dass man zwischendurch schmunzeln muss. Keine leichte Kost aber eine, die sich lohnt.

Rebecca Gable: Jonah Teil 1 – 3

Jonah Durham arbeitet sich vom Kaufmannsgesellen zum Bürgermeister von London hoch, hilfreich unterstützt von der englischen Königin. Nett zu hören.

Marc Twain: Meine geheime Autobiographie

Wegen Harry Rowohlt als Vorleser und wegen der sehr klugen Überlegungen und Erzählungen von Marc Twain sehr gut – auch, wenn es teilweise wie Stückwerk wirkt.

Jürgen von der Lippe: Beim Dehnen singe ich Balladen

Kein Hörbuch im eigentlichen Sinne, sondern eher ein gemeinsames Bühnenprogramm mit Carolin Kebekus und Jochen Malmsheimer. Ich habe sehr viel gelacht.

 

Abgebrochen

Normalerweise lese ich Bücher bis zum Ende. Auch, wenn ich sie nicht so toll finde. Nur in ganz seltenen Fällen wird „abgebrochen“ – umso erstaunlicher, als dass es jetzt bei gleich zwei Büchern hintereinander passiert ist.

Uwe Tellkamp: Der Turm: Geschichte aus einem versunkenen Land.

Ich habe nicht wirklich herausgefunden, worum es geht. Ich dachte, es geht um eine Familie in Dresden, kurz vor der Wende. Und da ich nach Dresden gefahren bin, habe ich mir „Der Turm“ ausgeliehen. Nach knapp 200 Seiten habe ich aufgegeben. Nichts passiert, dafür eine völlig verschwurbelte Sprache – das hätte ich nicht 800 weitere Seiten ausgehalten.

Lutz Seiler: Kruso

Ed wurde von Freundin und Kater verlassen, schmeißt sein Studium und macht sich auf nach Hiddensee. Vermutlich geht es auch noch weiter, aber auch hier: Ohne mich. Es war mir einfach alles zu anstrengend, die Bewertungen bei Amazon treffen die Lage meiner Meinung nach ganz gut.

(Alle Buchtitel sind Amazon Affiliate-Links)

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