Pfeffer-Potthast
750 g Rindfleisch
1/2 l Wasser
Salz
3 grob geschnittene Zwiebeln
1 Tl Pfefferkörner
2 Lorbeerblätter
5 Nelken
40 g Margarine
40 g Mehl
2 El Kapern
2 El Essig
Das Fleisch waschen.
Wasser mit den Gewürzen zum Kochen bringen.
Fleisch hineingeben und ca. 1 1/2 Stunden gar kochen.
Fleisch in Würfel schneiden.
Brühe durch ein Sieb gießen und 1/2 l abmessen.
Für die Soße die Margarine zerlassen und das Mehl darin erhitzen bis es hellgelb ist.
Brühe hinzugießen und mit einem Schneebesen durchschlagen. Soße zum Kochen bringen und 10 Minuten ziehen lassen. Kapern unterrühren. Soße mit Essig abschmecken und Fleisch hineingeben. Das Gericht mit Salz- oder Pellkartoffeln und Preiselbeeren reichen.
Das Kochbuch
Karl Kowalsky: Das Ruhrgebiets-Kochbuch (3. veränderte Auflage)
nur noch antiquarisch erhältlich
Für Vegetarier geeignet
Da auch in den Eintöpfen immer Fleisch ist und das Gemüse nur als Beilage gedacht ist – nein.
Größe der Portionen
Nicht gerade Arbeiter-Größe. Wenn der Mann normal gegessen hätte, hätten wir die Portion mit zwei Leuten geschafft.
Optik
Ein DIN A5-großes Softcover. Eher eine alternative Aufmachung, auf Fotos der Gerichte wird verzichtet und auch sonst wirkt das Buch ziemlich grau.
Kapitel
- Einleitung: Das Ruhrgebiet
- Suppen und Eintöpfe
- Fleischgerichte
- Fischgerichte
- Gemüse
- Nachtisch
Verständlichkeit und Schwierigkeitsgrad
Schierig sind die Gerichte nicht unbedingt, an der Verständlichkeit hapert es. Der Mann und ich haben das ganze Essen lang darüber diskutiert, ob die Zwiebeln nun entsorgt werden sollten oder nicht. Der Mann sagt (richtigerweise), dass im Ruhrgebiet garantiert keine Zwiebeln weggeschmissen wurden. Ich habe das Rezept anders verstanden.
Besonderheit
Eine kleine und sehr rudimentäre Beschreibung der Geschichte des Ruhrgebiets.
Was ich schon daraus gekocht habe
Nichts.
Das Kochbuch-Kochen-Gericht
Wir haben beide noch nie Pfefferpotthast gegessen, obwohl wir im Ruhrgebiet aufgewachsen sind. Das wollten wir nachholen. Der Mann hat allerdings nur sehr widerwillig seine Portion aufgegessen. An dem säuerlichen Geschmack und den Kapern hat es nicht gelegen, wir mögen beide Königsberger Klopse und Rheinischen Sauerbraten. Unsere nachträgliche Recherche hat uns auch sehr verwundert: Mit Pfeffer-Potthast hatte das Gericht, das wir gekocht haben. nur am Rande zu tun.
Ich vergebe drei Punkte, der Mann würde noch einen abziehen:
Fest steht, dass wir im Oktober nach Dortmund zum Pfefferpotthast-Fest fahren. Wir wollen wissen, wie ein richtiger Pfefferpotthast schmeckt. Und dann kochen wir ihn vielleicht noch einmal – aber nach einem anderen Rezept.
Fazit
Das war wohl nix. Generell mag ich Kochbücher ohne Bilder nicht besonders. Bei diesem kommt noch hinzu, dass ich nur eine Handvoll Rezepte tatsächlich als typisch Ruhrpott ansehen würde, der Rest ist Füllwerk. Ich mache mich auf die Suche nach einem besseren Ruhrgebiets-Kochbuch – dieses wird aussortiert.
Ich will mit zum Pfefferpotthastfest! Ja? Ja? JA?
Na klar. Ja! Ja! Ja!
Hurra!
Vielleicht können wir ja dafür Bildungsurlaub beantragen 😉
Ich liebe Pfefferpotthast und esse es bei jeder mir bietenden Gelegenheit. Kapern habe ich darin aber tatsächlich noch nie gefunden, nur Pfeffer- und Pimentkörner.
Ich habe das Ruhrgebietskochbuch von Dr. Oetker und da ist auch ein Pfefferpotthast-Rezept drin. Das ist aber wirklich auch ganz anders 😉
Sach ich doch. Das Buch ist also aus gutem Grund aussortiert worden. Auf dem Pfefferpotthast-Fest bist Du dann vermutlich Stammkunde, oder? Anne und ich nehmen gerne Insiderwissen entgegen 😉
Zum Pfefferpotthastfest gehe ich immer 🙂 Das ist zwar unspektakulär, aber dort gibt es wirklich guten Pfefferpotthast.
Das Rezept war echt nix. Also auf nach Dortmund. Ich mag das Sauerland!