Die goldenen 20er Jahre in Berlin – Tour 1

Als die „goldenen 20er“ wird die Zeit zwischen 1924 und 1929 bezeichnet. Eine Vielzahl von Stadtführungen in Berlin beschäftigen sich mit dieser Zeit, zwei davon habe ich ausprobiert, eine rund um den Nollendorfplatz, die andere im Rahmen des 125jährigen Kudamm-Geburtstags.

Bei strahlendem Sonnenschein strömenden Regen beginnt die Tour am Nollendorfplatz, genauer am Goya. Als Theater am Nollendorfplatz erbaut, befand sich hier ab 1927 die Piscator-Bühne von Intendant und Regisseur Erwin Piscator. Ab 1930 wurde das Gebäude als Kino genutzt, bereits 1925 fand hier die Premiere des ersten UFA-Tonfilms „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ statt.

Weiter geht es in die Winterfeldtstraße – hier wurde das damals größte Fernmeldeamt Europas von 1923 bis 1929 im Stil des Backsteinexpressionismus erbaut. Zur Zeit des kalten Krieges führten alle Westberliner Telefonanschlüsse durch dieses Fernmeldeamt, in dem die Alliierten eine ganze Etage besetzten.

In der Motzstraße befand sich ehemals das Schautheater Eldorado. Dort, wo früher Travestie geboten wurde, ist nun ein Biosupermarkt. Als Remineszenz hängt heute im Eingangsbereich ein Bild von Marlene Dietrich (die in Schöneberg auch aufwuchs).

 

 


Christopher Isherwood, wohl vor allem bekannt durch seine „Berlin Stories“, welche als Vorlage zu dem Musical „Cabaret“ dienten, wohnte von 1929 bis 1933 in Berlin – ab 1930 in der Nollendorfstraße 17. Hier erinnert eine Gedenktafel an den britischen Schriftsteller. Sehr zu empfehlen sind seine Bücher, weil sie einen Einblick in das Leben der 20er Jahre in Berlin geben.

Ein weiterer (wenn auch sehr kurzzeitiger) Bewohner Schönebergs in den 20er Jahren warBilly Wilder. 1927 bis 1928 wohnte er am Victoria-Luise-Platz 11 in einem winzigen Zimmer zur Untermiete. Das er ebenfalls hier sein erstes Drehbuch verkaufte, war ein Zufall: Der Herr, der plötzlich in Unterhosen und auf der Flucht aus dem Zimmer der Nachbarin in seinem Zimmer stand, war Herr Galitzenstein, Direktor der Maxim-Film.

Claire Waldoff, geboren in Gelsenkirchen, aber in den 20er Jahren auf den Berliner Kabarettbühnen bekannt und mit Marlene Dietrich befreundet, lebte in den Jahren 1919 bis 1933 in der Regensburger Straße 33. Auch hier erinnert heute eine Gedenktafel an die prominente Bewohnerin.


Erich Kästner zog 1927 nach Berlin, wo er nicht nur „Herz auf Taille“ veröffentlichte, sondern auch „Emil und die Detektive“, Pünktchen und Anton“, „Das fliegende Klassenzimmer“ und „Fabian“. Von 1927 bis 1931 lebte Kästner in der Prager Straße 17, danach in Charlottenburg. 

 

 

 

„Berlin und die goldenen 20er Jahre“, z.B. über Kultur Büro Berlin

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