Zehnter Tag: Ein Besuch bei Queen Mum, Whisky und ein Wikingerschloß, was keiner kennt (Schottland 2012)

Am Morgen werde ich mit den Highlands versöhnt: Clive und June servieren uns das beste schottische Frühstück, was wir jemals hatten. Dazu gibt es ein paar Tipps für den Tag, beide empfehlen das Castle of May, den Weg im Landesinneren und als Rückweg den Küstenweg.

Queen Mum’s Home

Weil wir Tipps gerne annehmen, fahren wir hinauf zur Nordküste und dann entlang dieser von Tongue (sic!) zum Castle of Mey. Dort wird erst einmal ein Päuschen eingelegt, bei dem ich mich stilecht mit einem Scone und clotted cream stärke. Lecker ist das und das ganze Besuchercenter gefällt mir gut. Dort gibt es auch die Tickets, 10 Pfund pro Person und schon wird man mit einer der alle 20 Minuten stattfindenden Touren ins Haus gebeten (in dem Fotografieren leider nicht erlaubt ist).

Queen Mum hat das Schlösschen in den 50er Jahren entdeckt, als sie sich vom Tod ihres Mannes bei Freunden erholen wollte. Das Gebäude aus dem 15. Jahrhundert sollte abgerissen werden und wurde von ihr gekauft, ebenso wie nach und nach das umliegende Land. Insgesamt zehn Jahre hat die Restaurierung gedauert (es mussten zunächst erst Wasser und Strom gelegt werden), nach fünf Jahren besuchte Queen Mum ihr Schloss zum ersten Mal. Da das Haus leer stand und sie von da an mindestens fünf Wochen im Jahr dort verbrachte, hat sie es sich selbst eingerichtet – auf sehr spezielle Art und Weise und die meisten Teile aus Antiquitätenläden. Ein paar Teile wirken sehr fehl am Platze. Dabei handelt es sich im Spaßgeschenke, die Queen Mum alle zwei Jahre von dem aus ihrem Hofstaat scheidenden Mitglied des Militärs bekam. Irgendwann beschloss ihr Sekretär, dass er diese Spaßgeschenke außerhalb ihrer Reichweite „ausstellt“ und so befindet sich knapp unter der Decke beispielsweise ein kariertes Stoff-Loch-Ness-Monster. Queen Mum fand es lustig und beließ es so. Andere Dinge waren fester geregelt: Lunch wurde als Picknick eingenommen, die Hunde wurden um viertel vor vier von Queen Mum gefüttert, Tee um vier und Dinner um viertel vor neun mit höchstens elf Personen.

Sehr persönlich wirkt das ganze Schloß, die Räume wirken, als ob Queen Mum sie vor fünf Minuten verlassen haben. Schon vor ihrem Tod hat sie dies so festgelegt: Da sie immer gerne die Häuser anderer Menschen besichtigt hat, wollte sie ihres der Öffentlichkeit zugänglich machen. Geschlossen ist das Haus nur, wenn Prinz Charles dort ist. Übrigens ohne Camilla, die sich bei ihrem fünften Besuch den Knöchel gebrochen hat und seitdem lieber auf die Enkelkinder aufpasst.

I’m not a whisky drinker only a buyer

Auf dem Rückweg finden wir nach einigen Anstrengungen die Old Pulteney Distillerie. Der Shop der nördlichsten Distillerie auf der Insel hat noch genau zehn Minuten geöffnet und wir brauchen diverse Geburtstagsgeschenke. Als es ans Bezahlen geht, darf ich etwas probieren und entscheide mich für den Whisky-Likör, der so lecker ist, dass eine Flasche mit muss. Der Mann lehnt ab, er kaufe nur und trinke nicht.

Old Pulteney bietet zwei Führungen für Besucher an, eine um 11 und eine um 14 Uhr.

Wick Castle gibt es wohl

Selbst, wenn in Wick geborene Menschen behaupten, es gäbe in Wick kein Schloß – wir waren da. Man muss nur über eine kleine Küstenstraße, eine Kuhweide, ein Militärgebiet und eine Klippe, und schon steht man davor. Die Klippe haben wir uns allerdings geschenkt. „The old man of Wick“ wurde im 12. Jahrhundert errichtet, als die norwegischen Könige über Wick herrschten und ist eines der ältesten Schlösser in Schottland.

Der Eintritt ist frei.

Stars weisen uns den Weg

Auf der Suche nach Essen weise ich dem Mann den Weg nach Dornoch. In dem wirklich schönen Örtchen haben Paul McCartney und Claudia Schiffer geheiratet (nicht sich gegenseitig), Madonna hat ihren Sohn taufen lassen und amerikanische Golfer fallen in Scharen ein, um im Royal Dornoch Golfclub zu spielen – da sollte es auch etwas vernünftiges zu essen geben.

Das Eagle Hotel wurde anscheinend vor kurzem renoviert und verfügt über eine nette Bar, in der man auch essen kann. Sehr zu empfehlen sind die Burger, die wirklich hausgemacht sind, genauso wie die Pommes und der Cole slaw. Dazu gibt es einen kleinen gemischten Salat mit sehr gutem Dressing.

 

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